Hundeschule - Level 1

 
 
           
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1. Hausaufgabe: Was willst du erreichen?

2. Wie heißt du? Der Hund reagiert auf seinen Namen.

3. Mach Stubbs

4. Aufmerksamkeit I: Der Hund sucht von alleine den Blickkontakt

5. Impulskontrolle I: Der Hund reißt ein Leckerchen nicht gleich aus der Hand.

6. Platz

7. Sitz

8: Spielend lernen I

9. Abschluss-Test für Level 1

 

Übung 1: Hausaufgabe

Stellt euch kurz im Forum vor und schreibt fünf Sachen auf, was ihr in den nächsten Monaten mit dem Hundetraining erreichen wollt. Das gehört dann zur Prüfung für Level 1.
http://de.groups.yahoo.com/group/hundeschule-online/

 

Übung 2: Wie heißt du?

Euer Hund sollte wissen, was seine Identität ist. Wie heiße ich eigentlich??? Warum ruft Frauchen eigentlich immer Fiiiiiiiiiiiiiiiiiiete oder Wiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiillie oder Äääääääääääääälwaaaaaaaaaan?? Verwendet den Namen vor allem dafür, um die Aufmerksamkeit eures Hundes auf euch zu lenken und ihm dann weitere Anweisungen zu geben. Wenn ihr euren Hund mit Namen ruft, bedeutet das also, dass der Hund schauen soll und auf weitere Instruktionen warten soll. Es gibt Rassen, die sind eher dazu bereit sich diese Instruktionen anzuhören und Rassen, die eher weniger daran interessiert sind ;-) Zu welcher Gruppe ihr gehört, habt ihr vermutlich schon gemerkt.
Erst einmal ist es in Ordnung, wenn Lucky kommt, wenn ihr seinen Namen sagt. Aber der Name bedeutet nicht, dass er kommen soll.


Ziel
Euer Hund soll, wenn ihr seinen Namen ruft, zu euch schauen und warten, was ihr ihm sagen wollt.

Wie übt ihr das
Nehmt, wenn ihr mit dem Clicker arbeitet, den Clicker in die eine Hand und sagt den Namen des Hundes ein Mal. Wenn der Hund auf euch schaut, clickt ihr (oder sagt "ja!") und stopft ein gutes Leckerchen ins Maul (kein Trockenfutter!).
Schaut euer Hund nicht, sagt ihr das Wort nicht noch einmal, sondern macht lieber ein schmatzendes Geräusch, um die Aufmerksamkeit zu kriegen. Sobald der Hund schaut, clickt (oder sagt "ja!") und füttert.
Wenn das gut klappt, dann könnt ihr das auch in der Familie oder mit Freunden spielen - einer ruft den Namen des Hundes. In dem Moment, wo er zu dem Rufer schaut (nicht vorher und nicht später) clickt ihr (oder sagt "ja!) und gebt danach das Leckerchen oder werft es irgendwo hin, so dass der Hund ihm nachjagen kann.
Die Frage ist dann nur, WER clickt (bzw. "ja" sagt) und das Leckerchen wirft. Am Anfang würde ich den Rufer belohnen lassen, sofern er für so etwas ein "Händchen" hat. Das "ja" oder der Click sollte wirklich genau dann kommen, wenn der Hund schaut. Das heißt, es ist eine Frage des Timings. Habt ihr Trainingspartner, die damit überfordert sind, macht ihr das besser selber und der Hund holt sich die Leckerchen direkt bei euch ab. Für diesen Fall würde ich möglichst große Leckerchen nehmen, die ihr weit werfen könnt und die euer Hund auch schnell sieht/hört.



Wie geht es weiter?
Übt es auch, wenn der Hund mal gerade halb schläft, wenn er draußen vor euch entlang trappelt, wenn er mit anderen Hunden spielt... er soll nur schauen, sonst nichts. Gebt ihm das Leckerchen und lasst ihn weiter das tun, was er vorher gemacht hat. Diese Übung ist die Grundlage für das Zurückrufen.

 

Übung 3: Mach Stubbs

 

„Target“ ist englisch und bedeutet „Ziel“. Unter „Target Training“
versteht man, dass man z.B. einem Hund beibringt, einen „Zielpunkt“ zu
berühren. Ganz verschiedene Dinge können als Zielpunkt verwendet werden:
die eigene Hand, ein spezieller Targetstick, ein Kochlöffel, ein Post-it etc. Der
Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Target Training kann auch verwendet werden, um ein Tier stressfrei zu
bewegen. Statt einen Hund an der Leine zu ziehen, kann man ihn einfach
dem Target folgen lassen.

Ziel:
Der Hund soll einen Target (ein Zielobjekt) mit der Nase berühren.

Wie funktionierts:
Gehe mit dem Hund an einen ablenkungsfreien Ort, zeige ihm, dass Du feine Leckerchen im Angebot hast und halte ihm dann den Targetstick hin. Sei
bereit sofort zu clicken, denn es ist wahrscheinlich, dass der Hund den Target
untersuchen will. Wenn er sich für den Target interessiert (ein Blick in die richtige Richtung genügt bereits), clicke und gib ein Leckerchen.

Nach zwei, drei Wiederholungen wartest Du nun bis der Hund die Nase
wirklich an den Target hält und clicke erst dann und gib das Leckerchen.

Wie geht es weiter:
Nun hältst Du den Target nicht mehr immer direkt vor die Hundenase, sondern
nach links, nach rechts, nach oben oder ein bisschen weiter weg, so dass der
Hund einige Zentimeter darauf zugehen muss, um ihn berühren zu können.
Man kann nun auch einen Target auf den Boden stellen und schauen, ob der
Hund sich auch für einen Gegenstand interessiert, den man nicht in der Hand
hält (was viel schwieriger ist):

 

Mögliche Schwierigkeiten:


  • Der Hund hat absolut nicht das geringste Interesse einen Gegenstand zu
    berühren: Verwende einen „Futterball“ und zeige dem Hund, dass Du sehr
    gute Leckerlis eingefüllt hast. Clicke dafür, dass der Hund den Ball anstupst –
    dafür erhält er gleich zweifach eine Belohnung: erstens, die Leckerlis, die aus
    dem Ball gekugelt sind und zweitens die Leckerlis von Dir.
    Auch Stehaufmännchen können ganz nützlich sein, da sie für die meisten
    Hunde interessanter sind, als unbewegliche Objekte.
  • Der Hund hat den Gegenstand zwei-, dreimal berührt, nun ist es aber vorbei
    damit: dies sieht man sehr häufig. Das erste Interesse ist verflogen und der
    Hund sieht nicht ein, wieso er seine Nase nochmals an diesen Gegenstand
    halten sollte. Nimm den Targetstick sofort weg, wenn der Hund den Kopf
    wegdreht. Wenn der Hund wieder herschaut, hältst Du auch den Target wieder
    hin. Aber Achtung: nicht mit dem Target den Hund „verfolgen“, sondern
    einfach den Target durch dieses „Hervorholen“ wieder interessanter machen.
    Wenn der Hund dann den Target nochmals berührt: Jackpot und Übung
    beenden. Denk das nächste Mal daran, etwas kürzer zu üben.
  • Einen Klecks Futter an den Target zu machen, ist nicht so optimal, da der
    Hund sonst den Target nur berühren wird, wenn es Futter dran hat.


Übung 4: Aufmerksamkeit I

Ziel:
Der Hund steht vor euch und schaut euch aufmerksam an. Der Hund lernt, dass es sinnvoll ist, in Situationen, wo er nicht weiß, wie es weiter geht, hochzuschauen. Sehr wichtig!!! Was kommt als Nächstes? Was soll ich tun?

Wie kann man das üben?
Man kann das Fokussieren trainieren, indem man einen möglichst harten Boden nimmt (z.B. Fliesen, Asphalt, Linoleum - nicht wie auf dem Foto Gras!) und dazu Leckerchen, die ein wenige klackern und auch von der Größe und von der Farbe her gut mit dem Boden kontrastieren, damit der Hund sie leicht sehen kann.
Zuerst wirft man in paar Leckerchen auf den Boden.



Der Hund holt sich das Futter und in diesem Moment, wo er es aufnimmt, clickt ihr - den Chip hat er schon im Maul diesmal. Wenn das Futter dann weg ist, schnuffelt der Hund meist erst einmal rum. Das kann lange dauern - gerade bei Beagles! Wartet einfach geduldig. Irgendwann gibt euer Hund auf, etwas zu finden und wird euch vielleicht anschauen, ob nicht Nachschub kommt? Ob ihr vielleicht vergessen habt, dass nichts mehr da ist??? In genau dem Moment, wo euer Hund hoch schaut, clickt ihr und werft ihm eine Belohnung zu. Füttert ihn nicht mit der Hand. Er soll bißchen weg bleiben und wieder schnuffeln...




Wartet wieder - irgendwann schaut euer Hund zu euch hoch. Click ("ja") und das Leckerchen fliegt zum Hund. Schönes Spiel :-) spannend! Spielt so eine Weile weiter und macht es immer mal, wenn ihr dran denkt.

Jedes Mal, wenn der Hund zu euch schaut: Click ("ja") und eine Belohnung.

 

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Charly mit Rita beim Aufmerksamkeitstraining



Wie geht es weiter?
Nach und nach (über Wochen) kann man dann die Oberflächen verändern, bzw. Größe und Farbe der Leckerchen. Wenn der Hund das Spiel kapiert hat, dann kann man sich nach und nach hinter den Hund stellen, so dass er sich drehen muss, um uns anzuschauen. Click ("ja") und Belohnung, wenn die Bewegung zusammen mit dem Hochschauen passiert. Der Hund wird fürs Hochschauen belohnt.
Wenn das alles klappt, kann man das Leckerchen auch hinter sich werfen und den Hund dafür clicken, dass er sich danach wieder vor uns stellt. Später wieder kann man noch weiter werfen oder dann auch, sich selber weg bewegen, während der Hund noch mampft. Noch später kann man das dann unter Leuten üben. Der Hund muss immer wieder den Fokuspunkt finden.


Noch etwas zur Aufmerksamkeit: damit sie immer schön da ist, wenn man sie braucht, sollte man sie nicht überstrapazieren! Nur wirklich, wenn man sie braucht und nicht länger. Dazu muss man dem Hund ganz klar signalisieren, dass quasi jetzt "on" oder "off" ist, z.B. so, dass man selber locker da steht und die Hüfte einknickt, wenn nichts zu tun ist oder dass man evtl. die Leine an den Hund macht.

 

Übung 5: Impulskontrolle I - Kekse in der Hand

Ziel
Der Hund soll lernen, sich in verschiedenen Lebenssituationen zu
beherrschen und nicht einfach seinen Impulsen direkt nachzugeben (also
z.B. nicht einfach den Keks aus der Hand eines Kindes fressen, nur weil
dieser grad auf seiner Nasenhöhe ist und nicht einfach aus dem Auto
rauszuhüpfen, weil die Türe geöffnet wurde).

Wie übt ihr das?
Gehe mit Deinem Hund an einen möglichst ablenkungsfreien Ort. Zeige ihm ein Leckerchen, welches er gerne haben möchte. Gib es ihm aber nicht, sondern halte es in Deiner geschlossenen Hand. Lass den Hund nun versuchen, das Leckerchen zu kriegen. Er wird an Deiner Hand kratzen und nagen etc. (tut leider manchmal ziemlich weh - aber da müsst ihr stark sein).

Das alles bringt ihm nichts. Die Hand öffnet sich erst in dem Moment, wo
er aufgibt und auch nur eine Hundertstelsekunde von Deiner Hand ablässt.

Click (oder "ja"), die Hand geht kurz auf und er darf das Leckerchen nehmen! Guter
Hund!

Dies wiederholst Du einige Male, mit verschiedenen Leckerlis und an
verschiedenen Orten.

Schon bald wird er nicht nur zufällig die Nase wegnehmen, sondern sie
gezielt zurückhalten, denn nur so kommt er an sein Leckerchen.

Wie geht es weiter?
Nun kann man die Anforderungen steigern: der Hund soll eine ganze
Sekunde seine Nase wegnehmen, dann zwei, dann drei usw. bis der Click
kommt und er das Leckerchen nehmen darf.

Lucky von Christine

Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund will das Leckerli gar nicht: versuche etwas Besseres zu finden
    und gib ihm vorher ein paar Gratis-Leckerchen zum Aufwärmen. Denk
    daran, dass sich der Hund auch nicht Ewigkeiten dafür interessieren muss!
    Clicke einfach, sobald er die Nase wieder wegnimmt und lass ihn das
    Leckerchen haben.
  • Der Hund amputiert meine Hand: Verwende ein weniger gutes Leckerli
    oder lege das Leckerli auf den Boden und decke es mit Deinem Schuh ab.
    Wenn Dein Hund nicht allzu sensibel ist, kannst Du "Aua" schreien und
    dann folgt ein kurzes Time-out (Du gehst für 10 Sekunden aus dem Raum).

 

Übung 7: Sitz

Ziel

Der Hund setzt sich aus dem Stand hin - und das nur auf einen Befehl (Stimme ODER Handzeichen, aber nicht beides und auch keine zusätzlichen Körperhilfen). Erlaubt ist aber, dass man vorher den Namen des Hundes sagt.


Wie wirds gemacht

Nehmt ein gutes Leckerchen zwischen Daumen und Mittelfinger, den Zeigefinger lasst gestreckt.
Fahrt vorsichtig mit der Hand und dem Leckerchen über den Kopf des Hundes. Der Hund will nach dem Leckerchen schauen und wird sich setzen.
Haltet das Leckerchen nicht zu hoch, da der Hund sonst hochspringt, schön auf Kopfhöhe des Hundes üben.
Wenn der Hund den Boden berührt clickt ihr und schiebt ein Leckerchen in das Maul.
Übt das mit dem Leckerchen nur so fünf Mal. Danach macht ihr die Bewegung mit der leeren Hand. Wenn der Hund dann den Po auf den Boden bringt: Click und Belohnung. Wenn es nicht klappt, dann nehmt ihr wieder was in die Hand. Nach zwei bis drei Mal probiert ihr es wieder ohne das Leckerchen. Wenn der Po auf den Boden kommt: Click und Belohnung. Ziel ist es, möglichst schnell von dem Locken wegzukommen.

Damit habt ihr nun schon ein Handzeichen für das Sitz . Letztlich wird es standardmäßig der nach oben gestreckte Zeigefinger, der leicht Richtung Kopf des Hundes geführt wird. Bleibt selber gerade stehen - nicht bücken (na Mali grad noch ;-)!


Kommando einführen: Wenn euer Hund das Handzeichen für "Sitz" gut kennt, könnt ihr das Wortkommando einführen. Ihr koppelt nun das Hörzeichen "Sitz" mit dem Sichtzeichen (der gestreckte Zeigefinger). Um das Wortsignal einzuführen, sagt ihr in einem Moment, wo ihr recht sicher seid, dass euer Hund sich hinsetzen wird, das Wort "Sitz" und gebt direkt DANACH das Handzeichen. Übt das immer wieder gekoppelt und passt auf, dass ihr das Handzeichen wirklich erst NACH dem Wort gebt (Menschen koppelt da nämlich auch recht gerne).

Und dann kommt der große Moment: ihr sagt "Sitz" ohne, dass ihr das Handzeichen gebt. Wenn es klappt: Click ("ja") und Belohnung. Wenn es nicht klappt, dann übt einfach noch weiter mit den gekoppelten Signalen. Manche Rassen können leicht über Hörsignale, andere besser über Sichtsignale lernen. Beagles tun sich zum Beispiel mit reinen Hörzeichen sehr schwer.
Probiert irgendwann wieder aus, ob ihr das Handzeichen noch braucht und sagt nur "Sitz". Übt am Anfang in ablenkungsfreier Umgebung und steigert die Ablenkung erst langsam.

In Level 1 geht es nur darum, dass sich der Hund hinsetzt. Sitz und bleib kommt später. Lasst euch Zeit, aber übt verschiedene Situationen.


Wie geht es weiter?
Übt jetzt auf verschiedenen Untergründen, auf dem Teppich, auf dem Waldboden, auf der Hundewiese, auf den Fliesen, wenn ein Reh kommt... ob sich der Hund auch auf einen Stuhl setzt? Auf eine Bank? Auf einen Baumstamm?...


Übung 6: Platz

Ziel
Der Hund legt sich mit nicht mehr als zwei Signalen hin. Das heißt, ihr könnt die Stimme + ein Körpersignal koppeln. Wichtig: Der Hund soll sich nur hinlegen, muss aber noch nicht liegen bleiben.

Wie wirds gemacht?

Übungsmethode 1: Diese Übung lässt sich prima im Badezimmer durchführen - am besten sitzt man auf dem Klo oder so ;-) Türe zu, Hund drin. Man sitzt, liest bisschen was... der Hund wird komplett ignoriert. Es soll ihm so richtig langweilig werden. Irgendwann (bei manchen Hunden kann es dauern!) wird er sich gelangweilt hinlegen. In diesem Moment clickt ihr (oder sagt "ja") und werft eine Belohnung so hin, dass der Hund wieder aufstehen muss.
So, jetzt weiter lesen... der Hund ist vermutlich aufgekratzt, aber irgendwann wird es ihm wieder zu doof und er legt sich hin. Click ("ja") und Belohnung... macht es ein paar Mal, dann wird euer Hund nachdenklich werden. Irgendwann hat er es kapiert und probiert mal aus, ob es funktioniert, wenn man sich hinlegt... Lasst euch Zeit und genießt euer Bad. Mit der Methode kriegt ihr ohne Druck und Zwang in kürzester Zeit ein schönes Platz.


Übungsmethode 2: Ihr könnt das Platz natürlich auch locken. Nehmt ein Leckerchen zwischen die Finger und bewegt die Hand vor der Nase des Hundes erst bißchen nach unten und danach noch bißchen nach vorne. Wenn ihr sie zu weit nach vorne nehmt, steht der Hund auf, wenn ihr sie zu wenig nach vorne führt, macht der Hund oft einen Buckel. Ihr müsst das bißchen probieren, wo der beste Platz ist. Übt es gleich so, dass der Hund mit dem Hinterteil an der Stelle bleibt, wo er vorher ist, also nicht nach vorne rutscht. Wenn ihr später mal Obedience machen wollt, seid ihr froh, wenn ihr es gleich ohne Rutschen geübt habt.
Wenn der Hund liegt: Click ("ja") und Belohnung. Die Belohung aber wieder so füttern, dass der Hund aufstehen muss. Übt das so ein paar hundert Mal...

Übungsmethode 3: siehe weiter unten - Spielend lernen - Beutetausch


Einführen vom Kommando (für alle drei Methoden): Wenn der Hund verstanden hat, dass ihr wollt, dass er sich hinlegt (und das recht zuverlässig macht), dann (erst dann!) könnt ihr anfangen und das Stimmkommando einführen.
Wie beim "Sitz" sagt ihr genau bevor der Hund sich hinlegt "Platz", gebt DANACH das Handzeichen und koppelt damit das Stimmkommando an die Bewegung.

Übt möglichst schnell ohne Leckerchen in der Hand und gebt es lieber, wenn der Hund bereits liegt. Erst dann geht eure Hand zur Leckerchentasche! (Typischer Menschenfehler: wir fassen parallel zum Handzeichen mit der anderen Hand schon zu den Leckerchen und etablieren, ohne es zu merken, damit ein alternatives Handzeichen, was viel interessanter ist...)

Die Standardhandbewegung für das Platz seht ihr auf dem Foto:




Wie geht es weiter?
Übt auf verschiedenen Untergründen. Übt innen und draußen. Übt mit Ablenkung und ohne. Übt es so, dass ihr mal steht, mal sitzt, mal liegt, mal vom Hund weggedreht seid, mal die Arme nach oben streckt und dabei "Platz" sagt. Wenn das alles klappt, dann habt ihr eine prima Basis für das weitere Training. Aber denkt dran, ihr seid erst im Level 1. Es reicht, wenn sich der Hund hinlegt und dann wieder aufsteht.

 

8. Spielend lernen I - Beutetausch

Viele Hunde haben Freude am Spielen und man kann diese Neigung nutzen und während des Spiels vieles üben, was für das weitere Hundetraining wertvoll ist. Grundsätzlich findet ihr zum Thema "Spielen mit dem Hund" am meisten, wenn ihr das Buch von Christina Sondermann "Das große Spielebuch für Hunde" im Cadmos Verlag kauft. Alle möglichen Ideen findet ihr außerdem auf ihrer Homepage www.spass-mit-hund.de.

Zu dem Thema, WIE man am besten mit Hunden spielt, findet ihr viele Anregungen in den Büchern von Ekard Lind!

Grundsätzlich solltet ihr bei allen Zerrspielen möglichst auf der Höhe eures Hundes spielen und seinen Kopf nicht in die Höhe ziehen, um den Nacken nicht zu überdehnen.

Ziel dieser Beutetausch-Übung ist es, dass euer Hund mit einem Objekt spielt und es ohne Aufforderung zu euch zurückbringt und es fallen lässt.

Wie wirds gemacht?

Gehen wir erst einmal davon aus, dass euer Hund Lust hat, mit Objekten zu spielen. Übt erst einmal in einem Raum, wo der Hund nicht abhauen kann oder nehmt ihn an die Leine. Ich persönlich fange lieber mit einem dicken Seil an als mit einem Ball, weil man es besser steuern und halten kann. Nehmt ein Seil, das so lang ist, dass ihr noch Platz habt, selber dran zu fassen und zusammen mit dem Hund zu spielen. Bei nicht so maul-sensiblen Hunden (meist auch die, die das Objekt nicht so schnell wieder hergeben...) empfehlen sich Gartenhandschuhe!

Jetzt müsst ihr aktiv werden! Spielt zusammen mit eurem Hund. Nehmt das Seil, lasst es über den Boden zuckeln und den Hund zwischendurch auch in das Seil beißen und die Beute fangen. Wenn man immer verliert, dann macht das Spiel nicht mehr richtig Spaß... ich glaube, das geht auch Hunden so.

Während ihr spielt, haltet ihr irgendwann ein Leckerchen vor die Nase des Hundes. Vermutlich spuckt euer Hund die Beute aus, um das Leckerchen zu fressen (nicht alle Hunde tun das... dann habt ihr es schwerer). Der Wert vom Leckerchen sollte höher sein, als der der Beute.

  • Die Clickerer clicken genau den Moment, wo der Hund die Beute fallen lässt, füttern das Leckerchen (eventuell über den Boden rollen lassen) -nehmen in der Zeit die Beute in die Hand und spielen weiter. Nach einigen Spielerunden, wenn der Hund das Spielzeug sicher fallen lässt, ist es von Vorteil, wenn ihr gleich den Befehl "Aus" einführt. Sagt "Aus" genau in dem Moment, wo der Hund das Seil fallen lassen wird (ca. da, wo er das Leckerchen gesehen hat), clickt und füttert - nehmt dabei das Seil wieder auf.
  • Die Nichtclickerer werfen das Leckerchen genau im dem Moment vor den Hund, wo der Hund los lässt. Wie bei den Clickerern könnt ihr nach und nach das Signal "Aus" einführen. Und nach dem Belohnen SOFORT weiter mit Spannung spielen.
  • Man kann auch ganz ohne Leckerchen arbeiten: Mitten im Spiel werdet ihr ruhig - die Spannung fällt ab. Haltet ruhig eure Hand unter das Kinn des Hundes (haltet ihn eventuell so fest, dass er nicht weglaufen oder an der Beute zerren kann) - werdet immer ruhiger und macht es dem Hund langweilig. Irgendwann lassen die meisten (nicht alle) Hunde los und spucken die Beute aus. Sofort geht das Spiel weiter. Die Belohung ist das Weiterspielen.

Bei allen drei Varianten lernt der Hund, dass er, wenn er die Beute her gibt, mit einem noch wertvolleren Geschenk belohnt wird UND, dass man ihm die Beute gar nicht weg nimmt. Wichtig ist es, dass die Spannung während des Belohnens nicht verloren geht!

Wenn ihr genug gespielt habt, lasst das Spiel bisschen ausklingen und nehmt am Ende ruhig die Beute weg. Macht eine Handbewegung, dass das Spiel nun aus ist und legt die Beute einfach weg.

Wenn euer Hund das Spielzeug schön los lässt, könnt ihr versuchen, statt einem Leckerchen eine zweite Beute (z.B. ein zweites Seil) zum Beutetausch zu verwenden. Wie oben ist die Belohnung vor allem, dass das Spiel nach dem Ausspucken sofort weiter geht.

Ich hab ein kleines Video gemacht, wo ich mit Lucky spiele - in diesem Fall ohne Leckerchen. Ich halte nur seinen Kiefer von unten - wenn er ausspuckt, geht es weiter. Was man gut sieht ist, wie man auch gleich das Apportieren mit einbauen kann. Wenn es unterhaltsam genug ist, bringen die Hunde die Beute gleich wieder zurück, um weiter zu spielen. Auch hier ist die Belohnung, dass es weiter geht.

Zum Film (alles andere noch als perfekt!)

Auch einbauen lässt sich sehr gut "Platz". Wenn man ein Seil unter die Knie ins Häuschen bringt und viel Spannung hält, fallen viele Hunde zum Lauern ins Platz. Sobald sie liegen, gehen die Knie hoch und der Hund darf unter den Beinen durch rennen, um die Beute zu bekommen. Das ist allerdings nur etwas für bewegungsfreudige Menschen. Bei großen Hunden kann es sehr unterhaltsam werden, aber es geht :-)

 

 

 

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Elvan mit Rita beim Spielen

9. Abschluss-Test für Level 1

Sucht euch jemand, der euch objektiv die "Prüfung" abnimmt und verhindert, dass ihr mogelt. Es bringt gar nichts, in den nächsten Level zu gehen, wenn ihr Level 1 nicht wirklich schafft. Sonst fehlt immer das Grundwissen.
Ihr könnt drin oder draußen in gewohnter ruhiger Umgebung üben. Ablenkung wird erst in fortgeschrittenen Levels geübt!
Wer Level 1 geschafft hat, kann in den Level 2 gehen.

Also, dann testet mal, was ihr könnt:

1. Impulskontrolle: Haltet ein Leckerchen in der Hand (der Hund soll wissen, dass ihr eins drin habt). Haltet es auf Nasenhöhe. Der Hund soll 5 Sekunden von dem Leckerchen fern bleiben. Bevor man die Hand zeigt, darf man einen Befehl geben.

2. Aufmerksamkeit: Werft ein paar Leckerchen auf den Boden. Danach sollte euch der Hund 5 Sekunden aufmerksam anschauen. Futterlocken ist nicht erlaubt, ihr dürft aber die Spannung halten.

3. Stubbs: Ihr haltet dem Hund einen Target hin (nach Wahl). Der Hund soll den Target anstubbsen, ohne reinzubeißen. Bevor ihr den Target hin haltet dürft ihr 1 Signal geben.

4. Wie heißt du?: Lasst euren Hund ein bißchen schnuffeln oder auch entspannt irgendwo herum liegen. Ruft seinen Namen. Der Hund soll daraufhin zu euch schauen. Übt nicht, wenn der Hund gerade schläft. Wer wird schon gerne aus dem Schlaf gerissen...

5. Platz: Der Hund legt sich aus dem Sitz ins Platz mit nicht mehr als 2 Signalen. Er muss nicht liegen bleiben.

6. Sitz: Der Hund setzt sich aus dem Stehen hin mit nicht mehr als 2 Signalen. Er muss nicht sitzen bleiben.

7. Erstes "Aus": Ihr spielt mit eurem Hund und während des Spiels muss der Hund entweder über ein Leckerchen oder einen Beutetausch (oder natürlich auf das Signal) die Beute fallen lassen. Das 2x während des Spiels.

Wenn ihr es geschafft habt: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum ersten Level!
Wenn nicht, ist es auch egal - probiert es einfach in einer Woche wieder. Ist doch egal, wann man es schafft...