Hundeschule - Level 3

 
 
           
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1. Impulskontrolle II: Mit lockerer Leine zu einem Leckerchen

2. Aufmerksamkeit II: Ich hab eine Beute gefunden!!

3. Komm II: Nun auch mit Ablenkung

4. Leinenführigkeit II

5. Auf den Weg

6. Sitz und Sitz bleib

7. Platz und Platz bleib

8. Front

9. Nasenarbeit I

10. Apportieren I

11. Sleepy

12. Boden-Target

13. Distanzarbeit I: Umrunden von etws nun auf Entfernung

Abschluss-Test für Level 3

 

Übung 1: Impulskontrolle II - mit lockerer Leine zu einem Leckerchen

Diese Übung verlangt von euch am Anfang vielleicht viel Durchhaltekraft, aber es lohnt sich!



Ziel ist es, dass ihr mit eurem Hund an der Leine auf ein gut riechendes Leckerchen zugehen könnt, ohne dass ihr im Schlepptau hinterhergewirbelt werdet.

Wie geht es?
Ihr nehmt irgendeine Startlinie (eine Türschwelle, eine Linie in den Sand gemalt, usw.) Euer Hund ist an der Leine. Im Abstand von ca. 10m legt ihr ein gutes, nicht zu kleines Leckerchen hin.
Ihr startet. Sobald der Hund an der Leine zieht, kehrt ihr um (sagt vielleicht ruhig "oh, schaaade" und fangt ganz vorne bei der Startlinie von vorne an. Es kann durchaus eine viertel Stunde dauern, bis ihr es bis vorne zum Leckerchen schafft. Es kann auch gut sein, dass euer Hund euch in dieser Zeit umbringen will (gerade Beagles finden diese Übung nicht schön - wirklich gar nicht!). Aber ihr haltet durch.

Passt auf, dass euer Hund nicht auf den letzten 2m doch nach vorne schießt (auch, wenn ihr die Übung vielleicht gerne selbst geschafft hättet, weil das ewige Zurückgehen frustrierend ist...). Der Hund soll möglichst bis zum Schluss an lockerer Leine gehen und das Leckerchen ruhig nehmen.

Wenn ihr das schafft, dann hat auch euer Hund viel gelernt und kann sich kontrollieren. Im Grunde unterstützt diese Übung auch die Übung, dass der Hund an lockerer Leine spazieren geht.

Und wenn ihr mehrere Hunde habt, die alle meinen, dass sie eigentlich auch dran wären, dann lohnt es sich, wenn man die Platzübung schon geübt hat:

 

 

Übung 2: Aufmerksamkeit II: Ich hab eine Beute gefunden!!!!

 

Diese Idee zur Aufmerksamkeit habe ich bei Ekard Lind in diesem Buch gefunden:
http://www.ichundhund.de/buch.htm#menschhundharmonie

Ziel ist es, dass der Hund beim Spazierengehen mehr auf euch achtet. In den meisten Fällen sind wir Menschen für Hunde stinkelangweilig. Wir latschen so vor uns hin und bieten einfach keinerlei Unterhaltung. Manchen Hunden ist das egal und sie latschen irgendwann auch so nebenher. Der Beagle ist da meist kreativer und beschäftigt sich selbst. Warum zum Menschen schauen, wenn da eh nichts passiert????? See you later... Ich finde, dass Beagles besonders lange geradeaus laufen können, ohne sich umzuschauen... ach, das kennt ihr nicht? Na, dann könnt ihr diese Übung überspringen.

Wie geht es?
Das ist eine Übung, die man besser draußen während des Spaziergangs übt. Wenn ihr einen Hund habt, der gerne voraus trabt und sich nicht umschaut, geht es besonders leicht. Ihr lasst einfach ein riechendes, gutes Leckerchen fallen und stellt euch nun davor, als hättet ihr einen riesigen Schatz gefunden. Tut so, als würdet ihr wie ein Hund danach schnüffeln und bleibt in Spannung. Seid ihr überzeugend, kommt euer Hund sicher irgendwann (...) zurück, um zu schauen, was da so spannend ist. Natürlich lasst ihr den Hund das Leckerchen fressen
Wenn euer Hund euch ignoriert, dann könnt ihr auch ein Geräusch machen "boaaaaaahhhhhhhhhhh.... was ist das denn?????? boaaaaaaaaaahhhh ein riiiiiiiiiiiiiiesen Fundstück!!!!!!!" (Man beachte das ausdrucksstarke Foto!!!!)



Vielleicht guckt euer Hund dann doch mal rüber und findet VOR EUCH (Gott sind Menschen dumm) den Schatz. Hat es einmal geklappt,, klappt es danach sicher besser.
Ihr könnt auch ein paar Leckerchen hintereinander fallen lassen und eins nach dem anderen suchen (und leider nie finden, weil das ja der Hund machen soll). 'Tolles Spiel. Ob ich mich mal umgucken sollte? Ob sie wieder das Spiel macht??'

Mit der Zeit werden die Hunde schlauer und gehen schon gar nicht mehr so weit weg. Damit wird es für uns Menschen natürlich auch schwieriger, das Leckerchen diskret fallen zu lassen. Eventuell wohnt ihr so, dass ihr schon vorher mal ohne Hund ein paar fallen lassen könnt. Bei uns in der Stadt würden die sofort weggefressen. Vielleicht habt ihr auch eine zweite Person, die Leckerchen fallen lassen kann. Seid einfach ein bisschen kreativ und versucht, euren Hund auszutricksen. Ihr werdet mit der Zeit beide fitter :-)

Wie geht es weiter?
Macht das Spiel einfach immer wieder mal, wenn ihr Lust dazu habt - oder, wenn ihr merkt, dass euer Hund wenig auf euch schaut und euch langweilig findet. Ihr müsst euch vorstellen, ob IHR euch umschauen würdet, wenn ihr euch als Begleiter hättet... Macht die Abstände mit der Zeit auch mal größer, so dass euer Hund weit zurück kommen muss. Für einen Schatz kommt er schnell. Kommt er nicht schnell, dann habt ihr keinen Schatz (zumindest aus seiner Sicht nicht). Wenn ihr so tut, als wolltet ihr den Schatz auch unbedingt finden, wirkt das auf viele Hunde sehr motivierend. Bei ängstlicheren Hunden solltet ihr euch eher zurückhalten, damit sie sich nicht zurückziehen.


Übung 3: Komm II - Nun auch mit Ablenkung

Ziel: Der Hund soll aus einer Entfernung von 40m auf nur einen Befehl durch herumlaufende Menschen zurückgerufen werden können. Es reicht, wenn euer Hund kommt. Ein Vorsitzen ist nicht notwendig.

Wie geht es
Komm soll nun zunehmend unter Ablenkung funktionieren. Schließlich habt ihr selten Bedingungen, wo der Hund nichts zu tun hat, als zu euch zu kommen. Ihr müsst ihn überzeugen, dass das Kommen auch gut ist, wenn andere Hunde zum Spielen da sind, wenn irgendwo ein Komposthaufen steht, wenn irgendwo eine Bäckertüte liegt, wenn ein Kiosk in der Nähe ist, wenn ein Hase seinen Weg kreuzt, wenn andere Hunde wo gefüttert werden, usw.
Fangt an einem Platz an, wo ihr ihn gewöhnlich ruft (und er auch gewöhnlich kommt). Fangt mit einem Helfer an. Die Person steht "lalala" so herum und schaut in den Himmel (der Hund sah das schon in dem Komm-Spiel und es bedeutet "du kannst es dir sparen, mit mir zu kommunizieren - dein Frauchen oder Herrchen zahlt gerade für einen Besuch"). Wenn euer Hund kommt clickt ihr und füttert euer Leckerchen (oder ihr füttert es ohne Click). Genau wie in dem Komm-Spiel. Tut dies ein paar Mal, um ihn zu erinnern, wie das Spiel ging.
In der nächsten Stufe kann die Hilfperson den Hund ein wenig streicheln und mit ihm sprechen, um ihn abzulenken. Doch in dem Moment, wo der Hund gerufen wird, stoppt jede Interaktion. Kommt der Hund clickt die Bewegung auf euch zu - wenn ihr nicht clickt, belohnt den Hund bei euch mit einem Leckerchen.

Wie geht es weiter?
Übt mit immer mehr Menschen um euch herum. Sie sollen aber nichts mit dem Hund machen. Macht die Abstände mal näher, mal weiter und arbeitet euch auf 40 Schritte vor. Steigert die Ablenkung nur langsam. Hat euer Hund zu oft Erfolg beim Weglaufen, wird er tendenziell auch in Zukunft entscheiden, ob er kommt oder nicht.
Kommt euer Hund nicht, habt ihr vielleicht zu viel gefordert. Vielleicht war die Ablenkung auch stärker als das Interesse an euch. Denkt daran, dass IHR immer interessanter sein müsst, als die anderen Reize. Hüpft, quiekt, klatscht, versteckt einen Ball, den ihr dann werft, füttert zwischendurch geniale selbstgebackene Leckerchen - das Kommen zu euch muss IMMER ein Fest sein.

 

Übung 4: Leinenführigkeit II

Um was geht es jetzt: In diesem Level bauen wir darauf auf, dass der Hund bereits begonnen hat zu lernen, dass er nur an sein Ziel kommt, wenn die Leine locker bleibt.

Es geht weiter voran: Bisher haben wir als Ablenkung einen Futternapf verwendet. Nun könnt ihr langsam die Ablenkung steigern. Zum Beispiel nehmt ihr einen Helfer, der etwa in einiger Entfernung steht und zu dem Euer Hund hin will. Zu Beginn soll der Helfer noch ganz ruhig stehen, später kann er zum Beispiel in die Hocke gehen, ein bisschen herumjoggen etc.

Denkt einfach daran, die Ablenkung langsam zu steigern. Es soll für den Hund nicht lachhaft einfach sein, aber auch nicht so schwer, dass er sich unmöglich beherrschen kann.

So übt ihr: Geht wieder so vor wie in Level 2: so lange der Hund an lockerer Leine geht, geht auch ihr vorwärts und der Hund kommt immer näher an sein Ziel. Wenn er jedoch zu zerren beginnt, könnt ihr Euch leider keinen Millimeter mehr nach vorne bewegen. Sobald der Hund zu Euch zurückschaut, clickt ihr und gebt ihm die Belohnung, wenn er will oder geht direkt weiter (wenn ihm das wichtiger ist, was gut möglich ist).

Training im Alltag: Freut Euch über jede Alltagssituation, in der der Hund unbedingt irgendwo hinzerren will - hier habt ihr die perfekte Chance zu üben! Wenn es etwas ist, wo der Hund prinzipiell hin darf, verfährt ihr genau wie oben beschrieben (Gehen bei lockerer Leine, sonst sofort anhalten).
Wenn es aber mal etwas ist, wo der Hund nicht hin darf, gebt ihr ihm einfach eine tolle Belohnung dafür, dass er sich zu Euch orientiert hat.

Hartnäckige Fälle: manchmal ist es nötig, nicht nur stehenzubleiben, sondern auch wieder ein paar Schritte zurück (also in die vom Zielort entgegengesetzte Richtung) zu machen. Aber Achtung: macht nicht Rechtsumkehrt wie ein Soldat - der Hund soll nicht an der Leine geruckt werden. Dies ist erstens sehr ungesund (für Euch beide) und zweitens lernt der Hund nichts dadurch. Der Hund soll wirklich selber lernen sich an der Leine zu kontrollieren und nicht einfach mechanisch kontrolliert werden!

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Elvan mit Rita beim wirklich unglaublich guten "Lockere Leine Laufen"
- Gratulation, ihr beiden!!!

 

Übung 5: Auf den Weg

Worum geht es: Welcher Beaglehalter kennt das nicht: Beagle gerät ins Schnüffeln und dabei immer weiter vom Weg ab. Da es hier schnell passieren kann, dass das Tier ausser Kontrolle gerät, ist es äusserst nützlich ein Signal zu haben, welches dem Hund sagt: „komm zurück auf den Weg!“

So geht ihr vor: Spaziert irgendwo, wo es einen deutlichen Unterschied zwischen dem Weg und der angrenzenden Fläche gibt. Zum Beispiel auf einem Schotterweg neben einer Wiese. Sobald Euer Hund nun den Weg verlassen hat und auf der Wiese ist, sagt ihr Euer Signal „Auf den Weg“ (oder „Raus da“, „wir gehen hier“ etc., was ihr wählen möchtet) und werft gut sichtbar ein Leckerli auf den Weg. Am idealsten sind Leckerlis, die noch ein Stück weit rollen, so dass der Hund wirklich deutlich wieder auf dem Weg ist und auch grad noch Spass daran hat, wieder auf dem Weg zu sein (rollende Leckerlis zu fangen, können nur ganz hartgesottene Beagles widerrstehen:-)).

Mögliche Schwierigkeiten: Wenn mein Hund schnüffelt, reagiert er nicht auf mein Signal!
Versuche den Hund vorher auf Dich aufmerksam zu machen, indem Du in die Hände klatscht, mit der Zunge schnalzt etc. Wenn er dann halbwegs wieder zuhören kann, gib Dein Signal und zeige ihm ruhig das Leckerchen (etwas besonders Gutes, herrlich Duftendes) und wirf es mit einer theatralischen Bewegung vor Dir auf den Weg.

 

Übung 6: Sitz und Sitz Bleib

Ziel dieser Übung: a) Euer Hund setzt sich auf 1 Zeichen (Wort oder Körpersignal) und b) bleibt sitzen, so dass ihr 20 Schritte weg und c) 1x um ihn herum gehen könnt.

Wahrscheinlich haben viele von euch schon geübt, dass euer Hund sich nicht nur hinsetzt, sondern auch sitzen bleibt. Wenn ihr schon so weit seid, könnt ihr den Test abwarten und ausprobieren, ob ihr schon genug könnt.

Wie gehts?
zu a) Der Hund setzt sich auf nur 1 Zeichen.
Wenn ihr ein Wortsignal (vermutlich "Sitz") geben wollt, solltet ihr das vor dem gewohnten Handzeichen tun. Ihr sagt also "Sitz" und gebt direkt danach das Handzeichen. Mit Glück sitzt dann euer Hund - sonst geht für diese Übung zurück in Level 1 und übt auf dieser Stufe weiter. Übt diese Kombination mit Wort und Zeichen immer weiter. Vielleicht 5x hintereinander. Lasst dann bei 2 mittleren Durchführungen (von den 5x) das Handzeichen weg. Wenn sich der Hund trotzdem setzt, macht weiter so mit dem Ausdünnen der Handbewegung. Wenn es nicht klappt, gebt Wort und Handbewegung wieder häufiger hintereinander. Bei meinen Beagles ist es sehr von der Tagesform und den Umständen abhängig, wie schnell und ob sie sich hinsetzen. Meist sehen sie wenig Sinn in dieser Übung und finden es auch langweilig. Vielleicht geht es euch besser.
Wichtig: Wenn der Hund nicht mehr sitzen soll, dann gebt ihm klar ein Zeichen wie o.k. oder "fertig". Er soll nicht selber entscheiden, wann das "Sitz" beendet ist. Macht danach ein fetziges Spiel. Langes Sitzen ist gerade für jüngere Hunde sehr anstrengend! Denkt an eure Schulzeit, wie lange es da manchmal wurde, auf dem Stuhl zu sitzen. Einfach nur sitzen ist für viele Hunde sicher ähnlich spannend wie für viele Menschen Chemieunterricht...

zu b) Ihr lasst euren Hund "Sitz" machen und gebt ihm über ein Handzeichen zu verstehen, dass er bleiben soll (flache Hand senkrecht in seine Richtung bewegen). Wenn er während der Übung aufsteht, lasst ihr ihn einfach wieder sitzen. Bleibt freundlich und denkt dran, dass euer Hund ein Freund und kein Befehlsempfänger ist ;-)
Macht jetzt einen leichten Wiegeschritt ohne die Beine zu bewegen. Ihr bewegt nur ganz leicht das Gewicht nach hinten. Wenn euer Hund dann sitzen bleibt, gebt ihm im Sitz! ganz ruhig ohne Click und alles ein Leckerchen (Click ist für Ruheübungen umstritten, weil er den Hund ziemlich hochpuscht). Macht wieder einen Wiegeschritt und wiederholt das ein paar Mal, bis der Hund entspannt sitzt und seine Leckerchen frisst. Wenn er aufsteht, egal, lasst ihn wieder sitzen und macht weiter. Bewegt ein Bein nach hinten und dann wieder nach vorne. Gewöhnt den Hund daran, dass ihr immer wieder kommt und er den Happen ins Maul gesteckt bekommt. Je ruhiger ihr die Schaukelbewegungen macht, desto eher bleibt er sitzen. Bei manchen Hunden muss man am Anfang fast schleichen.
Macht mit der Zeit immer mehr Schritte nach hinten (wie viel müsst ihr ausprobieren, aber macht immer nur so viel, dass ihr den Hund nicht überfordert). Arbeitet euch auf so 20 Schritte voran.

Nächste Stufe: Ihr steht wieder vor eurem "Sitz"-Hund. Jetzt bewegt ihr euch auch leicht seitlich (immer so, dass der Hund euch noch aus den Augenwinkeln sehen kann) - der Ablauf geht genauso wie beim gerade weggehen. Aber vielleicht könnt ihr die Schritte schon etwas größer machen. Ihr könnt später auch mal von rechts nach links gehen.

Nächste Stufe: Ihr steht wieder vor eurem "Sitz"-Hund. Ihr dreht euch rum, so dass ihr mit dem Rücken vor dem Hund steht. Dreht euch wieder zurück und belohnt fürs Sitzen. Wenn der Hund mit euch aufsteht, setzt ihn wieder freundlich hin. Er kennt das Spiel noch nicht. Fangt nun an und geht immer mehr Schritte weg, bis ihr auf 20 Schritten seid.

zu c) Die Schaukelbewegungen dehnt ihr jetzt aus und fangt gaaanz vorsichtig an, euch aus dem Blickfeld des Hundes zu bewegen. Der schwierigste Schritt ist der, der genau aus dem Blickfeld herausgeht. Ihr bewegt euch nun um den Hund herum. Geht nur so weit, wie es der Hund schafft und geht den selben Weg zurück, um das Leckerchen zu geben. Also erstmal vielleicht 40 Grad, dann 43 Grad, dann 46 Grad, dann 48 Grad, dann 58 Grad, dann 70 Grad usw. Irgendwann schafft ihr dann den ganzen Kreis.

Übung 7: Platz und Platz Bleib

 

Ziel: Euer Hund legt sich auf 1 Signal hin. Außerdem bleibt er liegen, so dass ihr ca. 20 Schritte weggehen und einmal um ihn herumgehen könnt.

Wie geht es? Platz und Platz bleib wird genau so geübt wie Sitz und Sitz bleib. Damit ihr daran denkt, beides zu üben, habe ich einen extra Thread dafür gemacht. Übt auch hier, 20 Schritte weggehen zu können und um den Hund herumzulaufen.


Platz ist für viele Hunde (besonders impulsive Hunde) eine stabilere Position als das Sitz, d.h. ihr habt mehr Sicherheit, dass euer Hund bleibt.
Ängstliche Hunde meiden das Platz häufig, weil sie in dieser Stellung wenig Überblick und Kontrolle haben. Bei ehemaligen Laborbeagles könnte es unter Umständen im Sitz sicherer sein. Ihr seht es im Grunde schnell, wenn ihr euren Hund beobachtet: legt er sich eher hin oder sitzt er meistens?
Bei der schwächeren Position könnt ihr euch für das Training bei Rita ein virtuelles Säckchen Geduld abholen.

Übung 8: Front

Ziel: Der Hund soll vor euch möglichst gerade + nah stehen. Optional kann er sitzen. Eine exakte Position wird aber noch nicht verlangt.


Wie geht es?
Ladet euch folgendes Diagramm aus dem Internet runter:

http://www.dragonflyllama.com/%20DOGS/Levels/LevelForms/FrontRay.pdf

Stellt euch vor, dass das Diagramm FrontRay.pdf vor euch auf dem Boden liegt. Ihr könnt es auch evtl. auf den Boden malen (Kreide), es mit Klebeband aufkleben oder es in den Erd-/Sandboden kratzen. Die Linien sind nicht für den Hund gedacht, sondern für euch. So seht ihr leichter, wann euer Hund eine Bewegung gemacht hat, die ihr belohnen (clicken) sollt oder nicht. Ihr steht da, wo, alle Linien zusammenlaufen und schaut quasi auf das V (Punkt C). Füttert euren Hund mit ein paar schnellen Leckerchen an und stellt euch dann mit lockeren Armen hin. Euer Blick geht nach vorne (nicht nach dem Hund schauen! Er soll sich bewegen, um euch anzuschauen).
Werft ein Leckerchen irgendwo hinter euch. Der Hund läuft und holt es (hoffentlich...). Dann kommt er zurück, um zu schauen, ob es noch mehr gibt (die Übung kennt ihr schon). Wenn er IRGENDWO VOR der A-Linie steht, belohnt ihn (Click und Belohnung, oder nur ein Leckerchen). Gebt das Leckerchen von eurer Hand und werft wieder eins nach hinten. In dieser Phase ist kein Augenkontakt gefordert. Freut euch, wenn euer Hund die A-Linie überschreitet und macht weiter.

Wenn ihr das so 20x oder 30x oder 50x gemacht habt - wenn er ohne Trödeln zu euch nach vorne kommt und nicht dabei noch nach Nachbars Komposthaufen schielt - könnt ihr von den A-Linien zu den B-Linien wechseln.
Jetzt soll euer Hund innerhalb der beiden B-Linien stehen und euch auch anschauen. Am Ende soll ein Körperteil auch die C-Linie berühren. Das genügt für diese Stufe.
Die Zeichnung, die ihr heruntergeladen habt, soll euch helfen, den Hund allmählich in die richtige Position zu bringen.

Für die ganze Übung braucht ihr auch noch das andere .pdf:
http://www.dragonflyllama.com/%20DOGS/Levels/LevelForms/Bullseye.pdf

Hier geht es jetzt darum, dass ihr euren Hund immer näher zu euch bringt.
Fangt an, indem ihr für Blickkontakt belohnt (clickt). Werft das Leckerchen die ersten Male nach vorne, später auch weiter weg. Der Hund sollte sich immer mehr der C Linie nähern. Fangt an, dass ihr belohnt, wenn die A-Linie berührt wird und arbeitet euch langsam zur Linie C vor.
Am Ende kombiniert ihr die Position, dass der Hund vor euch steht mit der Nähe. Schwuppdiwupp seid ihr fertig für den Test.

 

Übung 9: Nasenarbeit I: Such das Leckerchen unter dem Waschlappen

Worum geht es: Aufgaben, bei denen der Hund seinen hervorragend ausgebildeten Geruchssinn einsetzen kann, machen dem Hund besonders viel Spass und tragen dazu bei, ihn auch mental auzulasten.

In einem ersten Schritt geht es nun darum, dass der Hund ein Hörzeichen lernt für das „Suchen“. Das Suchen an sich kann er natürlich schon, es geht jetzt darum, dass wir ihm mit einem Signal verständlich machen können, wann er seine Nase einsetzen und später auch was er suchen soll.

Ziel: Der Hund findet ein Leckerli, welches unter einem Waschlappen versteckt ist.
=> Übungsaufbau in Anlehnung an Sue Ailsby's Übung "Scenting"

Erster Schritt: Zeige Deinem Hund ein fein duftendes Leckerli. Lege den Waschlappen auf den Boden und das Leckerli daneben. Lass den Hund das Leckerli nehmen „Nimms“. Wiederhole dies 2-3x damit der Hund weiss, dass es jetzt um eine Übung geht, wo er das Leckerli haben kann.


(man sieht das braune Leckerli auf dem gleichfarbigen Boden nicht so gut, deshalb hab ich es rot umrundet - aber eigentlich erkennt man den "Aufenthaltsort" an Millies Blickrichtung;-))

Lege nun das Leckerli unter eine Ecke des Waschlappens, so dass der Hund ganz leicht rankommen kann und lass es ihn wieder nehmen.



Als nächster Schritt legst Du das Leckerli mitten unter den Waschlappen.

Lucky von Christine

Wenn er es problemlos unter dem Waschlappen hervorgräbt, kannst Du den Hund sitzen und warten lassen bevor Du das Leckerli unter den Waschlappen legst. Lass ihn nun mit dem Signal „Finde es!“ (oder was Du sonst verwenden möchtest) starten.

Hinweis: vielleicht erscheint das Ganze etwas zu umständlich und sicher hat es einige Hunde, die gleich das unter dem Waschlappen versteckte Leckerli suchen würde. Ich habe jedoch beide Vorgehensweisen (den oben beschriebenen Aufbau und die direkte Vorgehensweise) mit je einer meiner Hündinnen ausprobiert und muss sagen, dass sich der schrittweise Aufbau wirklich lohnt. Auch Übungen, die in unseren Augen sehr einfach erscheinen, sind es manchmal für den Hund nicht. UND: mal machen wir Impulskontrolle, wo der Hund sich beherrschen und das Leckerli nicht nehmen soll und ein anderes Mal wieder eine Übung bei der der Hund das Leckerli nehmen darf.
Also lieber kleinere Schritte machen, so dass der Hund immer weiss, was er machen soll und so nicht gefrustet wird.

 

Übung 10: Apportieren I: Nimms

Die folgenden Vorschläge habe ich in dem Buch "The Clicked Retriever" von Lana Mitchell gefunden. Ich finde das Buch genial. Aber es gibt leider keine deutsche Übersetzung.

Wenn man einem Hund beibringen will, wie er ein Objekt apportieren soll, ist "nimm" die wichtigste erste Stufe, die man fordern muss.
O.k. es gibt Hunde, die stürzen sich auf alles, was man tragen kann. Beagles gehören nicht unbedingt dazu. Es kann daher sein, dass ihr erst mal üben müsst, dass der Hund die Sachen anschaut, die er bringen soll. Dann muss man ihn dazu bringen, dass er die Sachen berührt und dass er überhaupt hingeht. Nächster Schritt ist, dass er das Maul öffnet und danach zubeißt. Erst dann gebt ihr den Befehl "nimms" dazu.
Schaut selbst, welche Schritte euer Hund braucht. Es kann sein, dass die Übung nur wenige Minuten dauert, es kann aber auch sein, dass sie Wochen dauert... Es lohnt sich auf jeden Fall, dem Hund diese Zeit zu geben.
Am besten kniet ihr für die Übung seitlich neben dem Hund (siehe Bild) und haltet ihn, wenn er nicht da bleibt, an einer kurzen Leine.


Achtung, dass ihr euch nicht über den Hund beugt! Das führt zu Meideverhalten. 10 Minuten reichen zum Üben dicke. Macht euch und dem Hund keinen Stress! Manchmal ist es auch gut, einfach eine kurze Pause zu machen.
Im Folgenden findet ihr die Teilschritte, wie ihr zu einem guten "nimm" kommt.

a) Schau hin

Am Anfang solltet ihr auf jeden Fall dafür sorgen, dass euer Hund bei euch bleibt. Wenn er dazu keine Lust hat, nehmt ihn am Halsband oder an der Leine, damit ihr nicht "nimms" mit "bleib" kombinieren müsst.
Hinschauen auf das Objekt klingt eigentlich leicht. Ich habe aber beim Anschauen der Bilder gemerkt, dass Coffey eigentlich nie auf die Hantel, sondern immer auf mich bzw. meinen Futterbeutel schaut. Vermutlich ist Coffey nicht der einzige Beagle, dem das passiert. Es ist aber eigentlich wichtig, dass der Hund auf das Objekt schaut und es lohnt sich auch, das ein bisschen zu üben.



Ihr sitzt also neben eurem Hund (evtl. auch vor ihm) und haltet ihm das Objekt sehr nah vor das Maul. Die Hantel wird am Rand gehalten (naja, das ergibt sich irgendwie von alleine). Sagt nichts und wartet darauf, bis euer Hund anfängt zu arbeiten. Die Clickerer haben es jetzt leicht. Ihr clickt jeden Blick Richtung Hantel und auch jede Bewegung Richtung Hantel. Die Nichtclickerer sollten sich neben sich irgendwo eine Belohnung hinstellen und mit einem "ja" oder so anzeigen, wann der Hund das richtige Verhalten zeigt. Gebt das Leckerchen immer hinterher und lockt nicht mit Futter in der Hand!
Wenn der Hund hinschaut, wiederholt noch fünf Mal. Wenn nicht, überlegt, ob ihr vielleicht schon zu lange mit dem Hund arbeitet (dann steht eine Pause an) oder schmiert etwas gut Riechendes auf das Maulstück und probiert es noch einmal.

Jetzt fangt ihr an, die Belohnung ein paar Sekunden hinauszuzögern. Mit Glück bekommt ihr ein Schnüffeln oder ein Stubbs an der Hantel. Wenn ja, könnt ihr mit der Übung b) weitermachen, wenn nein, könnten die oben genannten Gründe (Müdigkeit oder ein zu wenig attraktives Maulstück der Grund sein).

b) Stupps

Ihr belohnt nun jede Berührung mit dem Maul, Nase oder Kinn - egal, an welcher Stelle von der Hantel. Wenn das klappt, solltet ihr aber relativ schnell nur noch belohnen, wenn der Hund an das Maulstück kommt. Ignoriert die falschen Verhaltensweisen einfach, der Hund bekommt schon heraus, was ihr wollt. Lasst die Leckerchen wieder am besten in einem Schälchen neben euch oder haltet die andere Hand mit Leckerchen auf den Rücken.
Nehmt die Hantel nach jedem Stubbs kurz weg, so dass der Hund sie nicht sieht und haltet sie danach wieder hin. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, die Hantel kurz unter dem anderen Arm zu verstecken. Haltet die Hantel immer noch ganz nah vor das Maul!
Fangt an, indem ihr wieder ein paar Mal nur die Blickrichtung oder die leichte Bewegung in Richtung Hantel belohnt.
Zögert dann die Belohnung ein paar Sekunden heraus und schaut, ob der Hund die Hantel anstubbst.
Wenn ja, macht das so vier Mal und geht über zu Übung c).
Wenn nein, ist der Hund vielleicht zu müde. Wenn ja, übt einfach später weiter, bis der Hund die Hantel stubbst. Oder: gebt wieder einen guten Geschmack auf die Hantel und fangt Übung b) von vorne an.

c) Der Hund soll sich nun ein bisschen strecken, um die Hantel anzustubbsen
Ihr sitzt also neben eurem Hund (evtl. auch vor ihm) und haltet ihm das Objekt sehr nah vor das Maul. Die Hantel wird am Rand gehalten (naja, das ergibt sich irgendwie von alleine). Sagt nichts und wartet darauf, bis euer Hund anfängt zu arbeiten.
Fangt an, indem ihr erst einmal ein paar Stubbs an die Hantel (direkt vor dem Maul) belohnt. Bewegt, wenn das klappt, die Hantel ein bisschen nach vorne, so dass der Hund der Nacken strecken muss, um an das Maulstück zu kommen. Wenn das klappt, wiederholt es noch ein paar Mal und hört danach auf. Macht weiter mit Übung d) oder beendet für diesmal das Training.
Klappt das nicht, kann es helfen, noch einmal die Distanz zu verkleinern, bis ihr richtige Stubbs bekommt.

d) Der Hund muss sich nun bewegen, um Stubbs machen zu können
Wiederholt noch ein paar Mal, dass der Hund seinen Nacken streckt, um die Hantel anstubbsen zu können. wenn das klappt, könnt ihr weitermachen. Haltet die Hantel ein bisschen weiter weg, so dass der Hund einen Schritt machen muss, um Stubbs zu machen. Wenn das klappt, macht weiter mich e). Ansonsten geht wieder so viel Schritte zurück, wie es noch sicher klappt.

e) Der Hund öffnet sein Maul und berührt das Objekt mit seiner Zunge

Nervöse Hund lecken häufig nur an dem Objekt. Arbeitet dann mit dieser Übung e) weiter. wenn euer Hund gleich mit offenem Maul berührt, könnt ihr mit Übung f) weitermachen.
Haltet die Hantel wieder nah ans Maul, so dass der Hund nicht aufstehen muss, um daran zu kommen. Wiederholt 4-5 Stubbs. Wenn das klappt, zögert ihr die Belohnung beim 4. Mal raus und belohnt nun, wenn das Maul nur bisschen aufgeht und evtl. die Zunge die Hantel berührt. Macht so lange weiter, bis der Hund bereitwillig sein Maul öffnet, um die Hantel zu berühren.
Denkt dran, dass ihr bei allen Übungen nichts redet, euch nicht bewegt und nicht helft (außer, dass ihr die Kriterien evtl. wieder zurückschraubt). Ganz schlecht ist es, wenn ihr die Hantel herumschleudert, um den Hund durch diese Bewegung zu motivieren! Wenn ihr ein Trainingstief habt, seid geduldig und fahrt lieber eure Ansprüche zurück, als ungeduldig zu werden.

f) Berührung mit dem offenen Maul

Um diese Berührung zu bekommen, solltet ihr sofort, wenn der Hund das Maul etwas öffnet belohnen, auch wenn er die Hantel noch nicht berührt. Passt bei dieser Übung auch auf, dass euer Hund nicht die Hantel schnappt und sie fallen lässt oder er damit spielen geht. Die Übung heißt nur "berühre mit offenem Maul", nicht "nimms".
Fangt an, die Hantel außer Sicht zu haben (hinter eurem Bein oder unter der Achsel). Zeigt sie dem Hund und gebt ihm die Gelegenheit, sie zu berühren, zu lecken oder hineinzubeißen. Während ihr die Hantel verborgen haltet muss sich der Hund konzentrieren und warten.

Haltet die Hantel so nah ans Maul, dass der Hund nicht aufstehen muss, um daran Stubbs zu machen. Lasst zum Auffrischen noch mal ein paar Stubbs machen. Zögert dann die Belohnung raus und belohnt immer nur, wenn das Maul aufgeht. Wenn der Hund aufsteht, um nach dem verschwundenen Objekt zu schauen, bleibt ruhig und bringt den Hund wieder an seine Position (nehmt ruhig ein Leckerchen). Das Spiel geht nur weiter, wenn der Hund ruhig mitarbeitet. Belohnt später nur, wenn der Hund das Maulstück mit offenem Maul berührt. Jackpot.

Übung g) Beißen in die Hantel
Noch soll der Hund die Hantel nur berühren, sie aber nicht selber halten. Sobald sich das Maul über dem Mundstück öffnet belohnt ihr. Lieber früher als später belohnen!!
Versteckt die Hantel hinter dem Bein oder unter dem Arm und haltet sie dann mit kleinem Abstand vor das Maul (so, dass der Hund sich maximal danach strecken muss). Zum Aufwärmen belohnt ihr erstmal wieder ein paar Stubbs mit dem Maul. Nehmt die Hantel dazwischen immer wieder weg und präsentiert sie neu. Dann verzögert ihr das "Ja" oder den Click und wartet, bis der Hund das Maul vielleicht ein bisschen mehr aufmacht und die Hantel zwischen die Zähne nimmt. Wenn der Hund in das Mundstück beißt, wiederholt ihr das noch ein paar Mal und belohnt dann nur noch für die kräftigeren Zubisse oder sogar für das versuchte "Nimm". Wiederholt auch das ein paar Mal. Mit viel Glück schafft ihr es sogar, dass der Hund die Hantel (oder das Objekt) für ein paar Sekunden hält. Ihr haltet es aber auch noch, so dass es nicht runter fallen kann. Wiederholt noch ein paar Mal und genießt euren Erfolg.

Wenn ihr keinen Erfolg habt und euer Hund nicht in das blöde Ding reinbeißen will könnt ihr mal probieren, ob es nützt, wenn ihr die Hantel, während der Hund die Zähne drauf hat, bisschen wegziehen könnt. Manche Hunde kickt das und sie beißen stärker zu, um ihre Beute zu halten.

Übung h: Die Position der Hantel wird verändert
Denkt daran, dass ihr die Hantel bei allen Übungen nie zum Hund bringt, sondern, dass der Hund sich selber bemüht! Belohnt immer, wenn der Hund das Maul über dem Mundstück hat und belohnt für einen guten Biss. Haltet die Hantel weiterhin selber fest.
Probiert jetzt mal, dass ihr die Hantel ein bisschen weiter weg vom Hund haltet, so dass er aufstehen muss und 1-2 Schritte machen muss. Haltet die Hantel mal nach oben, mal nach unten, ihr könnt sie auch mal so halten, dass der Hund sich zur Seite biegen muss.
Wenn der Hund in allen Positionen in das Maulteil beißt, könnt ihr den Befehl "nimms" einführen.

Übung i: Ihr führt den Befehl "nimms" ein
Euer Hund nimmt immer noch nicht selbst die Hantel! Belohnt nie zu spät!
Ihr gebt das Kommando genau da, wo die Hantel beim Präsentieren stoppt (wieder verschwindet die Hantel zwischen den einzelnen Durchgängen). Sobald der Hund versucht, die Hantel zu nehmen oder nur darauf beißt, belohnt ihr.
Probiert wieder, die Hantel an verschiedenen Positionen zu präsentieren und freut euch, wenn euer Hund drauf beißt.


 

Übung 11: Sleepy

 

Die Übung fand ich früher zwar nett, aber völlig nutzlos. Inzwischen habe ich gemerkt, dass man einen Hund darüber auch prima ruhig stehen lassen kann (z.B. beim Tierarzt). [rechtes Foto: Siegfried, ein 14 Wochen alter Manchester-Terrier; ich darf alle Bilder nehmen, muss das aber immer dazu schreiben :-)]

Ziel: Der Hund legt seine Schnauze auf eure Handfläche und lässt sie da liegen.

Wie geht es?
Ihr haltet eure Hand ganz dicht unter die Schnauze und wartet, bis zufällig ein leichter Kontakt zur unteren Schnauzenfläche entsteht. Belohnt sofort und haltet dann wieder die Hand flach unter die Schnauze. Versucht später, den Kontakt möglichst weit hinten zu belohnen, damit der Hund seine Schnauze wirklich flächig in eure Hand legt. Haltet mit der Zeit die Hand etwas tiefer, dann auch mal etwas weiter weg und belohnt, wenn der Hund die Schnauze in die Hand legt.
Wenn das klappt, zögert die Belohnung etwas raus, so dass der Hund lernt, in der Hand liegen zu bleiben. Steigert diese Zeit so lange ihr Lust habt. Für den Tierarzt reichen vielleicht 1-2 Minuten.

Wie geht es weiter?
Ihr könnt später den Hund auf verschiedene Objekte 'sleepy' machen lassen. Die Idee mit dem Würfel habe ich von einem Clickermagazin ("Teaching dogs") von Kay Laurence
http://www.learningaboutdogs.com


Übung 12: Boden-Target

Ziel: Der Hund hat in Level 1 bereits gelernt, einen Targetstab zu berühren. Nun wollen wir diese Übung etwas ausbauen und der Hund soll lernen, etwas flach auf dem Boden liegendes mit der Nase zu berühren.




Wie trainiert ihr dies: beginnt wieder damit, dass ihr dem Hund das „Bodentarget“ in Eurer Hand präsentiert, direkt vor seiner Nase – Click & Leckerchen. Haltet es nun immer etwas tiefer bis es ganz am Boden aufliegt. Nun beginnt ihr langsam eure Hand zu entfernen bis der Hund das frei daliegende Bodentarget anstupst (wie üblich - für jede Ausführung: Click & Leckerchen).

Ein Signal dafür einführen: wenn der Hund wirklich sehr zuverlässig den Target mit der Nase berührt, sagt ihr kurz vorher euer Signal (z.B.) "Touch".

Wie geht es weiter: Legt das Target nun immer etwas weiter weg bis der Hund auch aus 3m Entfernung hinläuft, um es zu berühren.

 

Übung 13: Distanzarbeit I: Umrunden von einem Gegenstand auf Entfernung

Übung: Hier geht es darum, das Umrunden aus Level 2 eine Stufe weiterzuentwickeln. Wenn der Hund wirklich gut verstanden hat, dass er Dinge umrunden soll, die ihr ihm anzeigt, werdet ihr nun diese Übung schnell ausbauen können.

Bisher habt ihr es geschafft, euren Hund aus 2 m Distanz etwas umrunden zu lassen. Dies wollt ihr nun weiter ausbauen auf 10 m. Hier legt ihr allgemein eine gute Grundlage für Arbeiten auf Distanz. Der Hund lernt, dass er Übungen nicht nur direkt vor euren Füssen ausführen kann, sondern dass er sich von euch lösen und unabhängig von eurer Position arbeiten kann. Dank dem Clicker kann man ihm trotzdem im richtigen Moment belohnen und euer Hund wird dann herankommen, um noch das Leckerli zu kriegen, welches er sich natürlich redlich verdient hat!

So geht ihr vor: wiederholt zwei-, dreimal das Umrunden aus der schon gut eingeübten Distanz. Wenn der Hund sich so richtig warmgelaufen hat, geht ihr einen weiteren Schritt rückwärts, während er grad die Übung ausführt und vergrössert so die Distanz. Wenn ihr ihn nun nochmals schickt, ist die Chance gross, dass er die Übung problemlos auch aus dieser Distanz ausführt.

Mögliche Probleme:
Auf grössere Distanz macht mein Hund die Übung nicht!
Nimm zum Üben einen Gegenstand mit dem ihr oft und am besten nur das Umrunden geübt habt. Der Hund sollte schon wissen: „aha, jetzt soll ich wohl wieder den Gartenstuhl umrunden“. Wenn du dann wirklich nur zentimeterweise die Distanz erhöhst, lernt er schnell, dass er trotzdem noch den Gegenstand umrunden soll. Vermeide es unbedingt einen neuen Gegenstand zu nehmen und gleichzeitig die Distanz zu erhöhen!

Wir kommen über eine bestimmte Distanz nicht hinaus!
Dies ist nicht ungewöhnlich. Probiere auch hier wirklich nur zentimeterweise zu steigern und mach die Übung abwechslungsweise auch wieder leichter, indem du wieder etwas näher hingehst.

 

 

Abschluss-Test für Level 3

Diesmal gab es ja ganz schön viel zu üben. Natürlich gibts auch für diesen Level einen Test, der euch die Gelegenheit gibt, das Geübte unter "verschärfter" Kontrolle zu zeigen :-)
Nehmt euch wieder jemand, der euch die Übungen abnimmt. Wenn ihr eine Übung nicht braucht, dann lasst sie weg.
Viel Erfolg!



1. Sucht euch einen Baum oder Pfahl oder sonst was, was der Hund umrunden kann. Geht von diesem Baum 10 große Schritte weg und holt euren Hund. Schickt ihn nun um den Baum einmal herum und lasst ihn wieder zu euch kommen.

2. Lasst euren Hund auf 1 Zeichen absitzen (Handzeichen oder Wort) und entfernt euch 20 Schritte. Geht dann wieder zurück zum Hund und belohnt ihn noch im Sitzen. Geht anschließend einmal um ihn rechts herum, belohnt ihn und geht anschließend links herum und belohnt ihn. Mit O.K. oder einem ähnlichen Signal wird er aus dem Sitz "entlassen".

3. Legt einen Bierdeckel (oder etwas ähnliches) im Abstand von ca. einem halben Meter auf den Boden. Der Hund soll den Deckel mit der Schnauze anstubbsen.

4. Sichert euren Hund malt euch eine Startlinie und legt im Abstand von 10 großen Schritten ein Würstchen auf den Boden. Geht mit eurem Hund von der Startlinie bis zum Würstchen an lockerer Leine. Gebt dann natürlich die Belohnung.

5. Ruft euren Hund aus ca. 40m ab. Eine gewisse Ablenkung durch Menschen o.ä. sollte da sein. Vorsitzen ist nicht notwendig.

6. Geht mit eurem Hund ein Stück spazieren. Wenn er vor euch läuft und möglichst nicht auf euch aufpasst dann werft hinter euch ein Stück Fleischwurst und tut so, als hättet ihr dieses Stück gerade gerochen und schnüffelt aufgeregt danach. Kommt euer Hund interessiert? Probiert es 5 Mal im Lauf des Spaziergangs. Geräusche machen ist erlaubt, aber nicht gezielt rufen. IHR habt was entdeckt und wollt eigentlich gar nicht teilen...

7. Sichert euren Hund. Legt 3 Leckerchen unter 3 Tücher (Zewa ode so) in den Raum. Geht zurück zu eurem Hund und schickt ihn mit "such" los, um die Leckerchen zu finden.

8. Nehmt eine Hantel oder etwas ähnliches. Setzt euren Hund vor euch und gebt ihm mit "Nimms" das Objekt. Er sollte es 1sec. im Maul festhalten.

9. Sleepy. Euer Hund macht vor euch Sitz und legt seine Schnauze auf eure Handfläche. Ihr zählt langsam von 21-25.

10. Testet nun die Leinenführigkeit. Lauft mit eurem Hund 25 Schritte so, dass die Leine nie gespannt ist. Der Hund soll dabei EUCH folgen, nicht ihr dem Hund :-)

11. Wartet, bis euer Hund im Wald, einem Gebüsch oder z.B. hinter einer Mülltonne verschwinden will. Gebt den Befehl "raus". Kommt euer Hund wieder?

12. Bringt euren Hund in die "Front"-Position. Es genügt, wenn er mehr oder weniger gerade vor euch steht und einen Abstand von ca. 1m hat. Dreht euch dann um 90 Grad nach rechts und lasst den Hund wieder in die Frontposition gehen. Dreht 90 Grad zurück, so dass der Hund wieder in die neue Position drehen muss.

13. Legt den Hund mit 1 Signal ins Platz. Geht 20 Schritte von ihm weg, kommt wieder zurück und gebt ihm im Liegen noch ein Leckerchen. Geht dann 1x um den Hund rechts herum und 1x links herum. Gebt dazwischen je ein Leckerchen (ohne Click).

Genießt euren Erfolg. Geht feiern und fangt, wenn ihr noch Lust habt, mit Level 4 an.