1. Hausaufgabe
Menschen neigen ja häufig dazu, den Blick eher
auf das zu richten, was noch nicht klappt was noch zu üben ist,
was der Hund falsch macht. Nehmt euch heute die Zeit und schreibt
mal auf, was euer Hund eigentlich kann (und nicht alles davon habt
ihr ihm beigebracht!)
http://de.groups.yahoo.com/group/hundeschule-online/
2. Impulskontrolle III: Biene sucht Landebahn

Wer kennt es nicht... ihr füttert dem Hund ein Leckerchen
und er springt dazu hoch, um es schneller zu bekommen - er springt
auch an anderen Menschen hoch, um es schneller zu bekommen....
vielleicht schnappt er auch schon nach vorne, um euch beim Füttern
zu helfen? Schlimm ist das nicht, aber schöner ist es doch, wenn
der Hund dabei einfach ruhig sitzen oder stehen bleibt und das
Leckerchen vorsichtig nimmt. Gerade, wenn die Hunde von Kindern
gefüttert werden, ist diese Ruhe sehr hilfreich und kann Kindern
die Angst vor den Tieren nehmen.
Ziel
Der Hund soll Leckerchen "mit Kultur" nehmen. Er
soll dabei nicht hochspringen und auch nicht danach schnappen.
Wie übt ihr das
Der Hund sitzt vor euch. Haltet ein
Leckerchen zwischen den Fingern über den Kopf des Hundes. Lasst es allmählich
(quasi wie ein Bienchen) in Richtung Maul fliegen. Alle Versuche
des Hundes, das Leckerchen zu kriegen, führen dazu, dass das
Bienchen wieder nach oben über den Kopf fliegt. Erst wenn
der Hund wirklich ruhig sitzt und das Maul zu hat, fliegt das Leckerchen
ruhig in sein Maul. Füttert immer so, dass der Hund nicht
hochspringen muss, um das Leckerchen zu bekommen.
Problemlösung:
Wenn ihr es nicht schafft, dass der Hund ruhig wird, dann kann es helfen, wenn
ihr weniger attraktive Leckerchen verwendet.
Wie geht es weiter?
Ihr könnt nach und nach die Flugstrecke ändern.
Mehr Winkel einbauen, andere Richtungen... ihr könnt auch
die Fluggeschwindigkeit ändern.
3. Aufmerksamkeit III
Kleine einfache und doch wirkungsvolle Übung zur Aufmerksamkeit.
Ziel
Der Hund soll euch Aufmerksamkeit schenken, obwohl IHR ihn nicht
beachtet. Wenn ihr z.B. mit jemand redet oder durch den Wald
spazieren geht oder irgendetwas anderes macht, guckt der Hund
immer wieder einmal, ob es nicht doch etwas zu tun gibt.
Wie wirds gemacht?
Für diese Übung braucht ihr eine zweite Person. Der Hund kann machen,
was er will. In dem Moment, wo er euch anschaut, clickt die zweite Person dafür,
dass er euch anschaut.
4: Steh - Platz
Ziel
Der Hund soll aus dem Platz aufstehen und kurz stehenbleiben ohne
zu zappeln.
Beim Steh sollte der Hund schön ausbalanciert auf seinen vier Füßen
stehen. Die Beine stehen in einer Linie. Eigentlich... sollten die Hinterfüße
nicht weiter auseinanderstehen als die Vorderfüße. Doch das ist nur
für die zukünftigen Obediencehunde wichtig. Grundsätzlich ist
die Übung prima, um Rücken und Hüfte zu trainieren ohne den Hund
zu überanspruchen.
Wie wird es geübt?
Viele Wege führen nach Rom. Und dann ist natürlich noch zu erwähnen,
dass es zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, aus dem Platz ins Steh zu
kommen:
- Der Hund kann mit den Vorderbeinen an einem Platz bleiben
und nur das Gewicht nach vorne bringen.
- Der Hund kann aber auch aufstehen, indem er die Vorderpfoten nach
hinten setzt.
a) Die Wippe-Übung - Gewichtsverlagerung
nach vorne
Der Hund liegt im Platz. Ihr kniet neben oder seitlich
neben eurem Hund. Stellt euch vor an der Hundenase wäre ein Faden,
an dem ihr ihn nach vorne ins Steh zieht.
Ihr könnt es mit einem Leckerchen anfangen. Nehmt es zwischen Daumen und
Zeigefinger und zieht damit den Hund wie am Faden in das Steh (ein bisschen vor,
ein bisschen hoch von der Richtung her). Steht der Hund bekommt er das Leckerchen. "Schiebt" ihn
aber danach gleich wieder zurück ins Platz. Wenn man die flache Hand unterhalb
des Mauls nach hinten schiebt gehen die meisten Hunde wieder rückwärts
ins Platz. Die Vorderpfoten bleiben eigentlich immer genau an einem Platz - nur
das Gewicht wird verlagert! So könnt ihr jetzt hin- und her wippen und den
Hund in den Hinterbeinen kräftigen.
Ich persönlich hatte den Eindruck, als ob die Hunde über das Leckerchen
gar nicht mitbekommen um was es eigentlich geht. Die Clickerer können es
leicht ohne Leckerchen üben, indem sie den Hund entweder über einen
Target (Handfläche am besten) nach oben ziehen und dort Stubbs machen lassen.
Man kann auch so tun, als hätte man ein Leckerchen... Wichtig ist da nur
dass ihr genau in dem Moment clickt, wo der Hund die richtigen Muskeln im Einsatz
hat, also nicht erst, wenn er schon steht
b) Nach hinten aufstehen
Nach hinten aufstehen. Hund liegt, man schiebt die Hand unten quasi zwischen
die Vorderbeine - unter den Kopf und dann steht der Hund nach hinten raus auf.
Wie geht es weiter?
Wenn der Hund die Muskeln hat, um ruhig aus dem Platz aufzustehen,
könnt
ihr das Signal "Steh" vor eure Handbewegung schalten und schließlich
nur noch mit einem Befehl (Hand oder Wort) arbeiten.
Ihr könnt später natürlich auch die Dauer des Stehens verlängern.
Für die Clickerer: Das Aufstehen (Bewegung) wird geclickt, das ruhige Stehen
nur über Füttern belohnt.
Dann kann man das Steh aus verschiedenen Positionen üben. Man kann es natürlich
auch auf Distanz üben (aber das ist ein längerer Weg...)
Man kann auch üben, dass man um den Hund während er steht herumgeht.
Und wenn ihr dazu wollt, dass er schön gerade steht, ohne den Kopf nach
euch hinten zu wenden, dann habt ihr ein Programm für den Winter :-) Kann
man aber später prima fürs Dogdancing oder Obedience verwenden. Die
Mantrailer unter euch brauchen es wohl weniger...
5. Nasenarbeit II: Pfannkuchenschleppe

Es gibt natürlich unglaublich viele Möglichkeiten, wie man
die Nase des Hundes beschäftigen kann. Ich persönlich finde
es beim Beagle besonders wichtig, dass er lernt, auf Spuren zu gehen.
Meine Hoffnung ist immer, dass die Mädels mich im Notfall dann
besser wiederfinden können.
Eine Möglichkeit, dem Hund beizubringen, dass er auf einer Spur gehen soll,
ist eine Pfannkuchenschleppe. Die Anregung hierzu bekam ich durch das Buch "Spurensuche" von
Anne Lill Kvam im Animal Learn Verlag.
Bei Beagles klappt die Suche nach Futter meist ohne langes Training ('ach ja'
grinst ihr?).
Ziel:
Der Hund folgt einer Duftspur, die vom Menschen gelegt wurde. Man kann dazu
Wienerle, Pfannkuchen, usw. verwenden. Am Ende darf die Beute natürlich
gefuttert werden.
Wie gehts?
Macht solche Übungen nur mit einem Brustgeschirr! Ist nicht schön,
wenn man ewig am Hals gewürgt wird bei der Suche... Ihr braucht auch eine
längere Leine.
Backt ein bis zwei schöne fette Pfannkuchen (mehr ist beim Beagle meist
zu viel, aber wenn ihr einen sehr schlanken Beagle habt, könnt ihr auch
mal drei Pfannkuchen nehmen).
Wenn ihr einen Helfer habt, dann haltet ihr euren Hund selbst und lasst den
Helfer mit dem Pfannkuchen an einer Schnur vor dem Hund bisschen zappeln und
dann losgehen - so, dass der Pfannkuchen hüpft und interessant ist UND zwischendurch über
den Boden schleift.
Ihr bleibt mit eurem Hund einfach, wo ihr seid und sagt NICHTS, streichelt auch
nicht. Ganz ruhig warten und nicht ablenken.
Der/die mit dem Pfannkuchen geht am besten irgendwo in den Wald, bis er nicht
mehr zu sehen ist. Der Fährtenleger sollte am besten einen Halbkreis laufen,
so dass er schließlich wieder am Anfang herauskommt (die Richtung der Spur
geht also nur in 1 Richtung). Die Fährte dabei nicht kreuzen! Der Pfannkuchen
wird, je nach Ausbildungsstand des Hundes, unterwegs abgelegt. Bei Anfängerhunden
würde ich ihn sehr bald ablegen (evtl. sogar noch im Sichtbereich), bei
Fortgeschrittenen vielleicht nach so 50 Schritten.
Ist der Fährtenleger wieder da (es geht auch, dass er im Wald bleibt, aber
dann braucht ihr ein Handy, um euch abzusprechen), lasst ihr euren Hund entweder
alleine losziehen oder ihr nehmt ihn an die lange Leine und lasst euch führen.
Oft ist es gar nicht schlecht, wenn wir Menschen nicht wissen, wo der Fährtenleger
gegangen ist. Wir beeinflussen den Hund oft, ohne es zu merken! Lasst euren
Hund einfach machen. Nicht die ganze Zeit 'such' 'such' sagen! Der Hund kann
das eh besser als wir Menschen!
Was tun, wenn es nicht klappt?
a) Es kann natürlich gut sein, dass euer Hund am Anfang überhaupt nicht
kapiert, was ihr von ihm wollt. Bei Hunden, die nicht soo gerne fressen, ist
es schwieriger als mit den Dauerfressern. Helft eurem Hund eventuell, indem ihr
den Weg zum Pfannkuchen kürzer macht. Lasst den Helfer interessante Geräusche
machen. Helft dem Hund am Anfang, indem ihr zusammen mit ihm den Weg geht. Helft
aber nicht zu viel, sonst gewöhnt sich euer Hund dran, dass IHR die Arbeit
macht. Ganz für den Anfang kann es aber helfen, dem Hund zu zeigen, was
er eigentlich tun soll.
b) Wenn der Hund einen falschen Weg nehmt, bleibt ihr einfach stehen und wartet,
bis die Richtung wieder stimmt. Wenn er wieder richtig schnüffelt, kommt
ihr wieder mit.
c) Wenn alles schiefgehen sollte, geht ihr ein bisschen von dieser Duftspur
weg und legt einfach wieder eine neue Fährte.
d) Wenn der Pfannkuchen beim Hinterherziehen kaputt geht (bei mir bisher immer
der Fall...), lasst die Stücke ruhig liegen und legt ein anderes Stück
am Ende aus. Oft beflügelt der Zwischenfund zu weiterer Spurensuche.
e) Wenn ihr niemanden habt, der euch hilft, lasst ihr den Hund einfach kurz
im Auto sitzen, um die Fährte zu legen.
6. Apportieren II
Ich habe bei dieser Übung lange gezögert, wie
ich es am besten beschreiben bzw. beibringen könnte. Mein Problem
ist, dass ich beim Apportieren eine Mischung aus Ekard Lind und Clickertraining
anwende, die zwar ausgesprochen gut klappt, aber nicht ganz einfach
darzustellen ist. Da der Kurs vorangehen muss, habe ich heute morgen
wieder überlegt, wie ich es anders beibringen könnte und
mich an die Aufräumübung erinnert. Kay Laurence empfiehlt
die, um den Hund zu motivieren, Sachen zu bringen. Gut, dass ich
gerade einen Hund da habe, der noch nicht apportiert, aber schon
Sachen ins Maul nimmt. Die Bilder stammen aus dem Training von gerade
- Lucky hat das Spielzeug am Ende in die Wanne geschmissen.
Ziel
Der Hund holt einen Gegenstand und lässt ihn in eine Wanne
fallen. Ein Handzeichen oder/und Stimmkommando darf gegeben werden.
Was braucht ihr

Ihr braucht irgendeine geräumige Wanne
, in die der Hund ohne Probleme etwas werfen kann. Der Rand muss also
tiefer sein, als der Kopf vom Hund. Zu schmal sollte sie auch nicht
sein, das macht das Gelingen schwieriger.
Je nach Hund und Kenntnisstand müsst ihr dem Hund erst einmal klar machen,
dass es nun um einen Gegenstand geht: nehmt etwas, was leicht in die Wanne geworfen
werden kann; also kein Endlostau oder einen Ball, der ständig aus den Zähnen
fällt. Nehmt etwas, was der Hund gerne mag. Manche mögens hart, manche
weich. Spielt bisschen mit dem Objekt, so dass der Hund munter wird. Voraussetzung
für jedes Apportieren ist, dass der Hund Objekte ins Maul nimmt. Wenn euer
Hund das nicht macht, würde ich erstmal das Spielen üben.
Schließlich braucht ihr wirklich gute Leckerchen . Und dann natürlich
gute Nerven :-)
Wie gehts Wir haben es so gemacht, dass Lucky erstmal
angespielt wurde. Dann flog das Seil ein Stück weg. Er hinterher. Wenn er das Seil ins Maul nahm,
bekam er C&B - die Nichtclickerer bestätigen mit o.k. oder einem anderen
Wort und werfen ebenfalls ein Leckerchen zum Hund.
Erstmal müsst vermutlich ihr das Seil holen und wieder animieren. Tut das
und werft es hinter die Wanne. Wenn der Hund das Seil aufnimmt, bestärkt
ihr das.
Dreht euch immer so, dass zwischen euch und Hund die Wanne steht. Wenn
der Hund mit dem Seil an euch vorbeirennt, müsst ihr eben auf die andere Seite
der Wanne wechseln.
Nach einiger Übung nimmt der Hund das Seil immer besser. Versucht ihn nun,
dazu zu kriegen, dass er es immer mehr Richtung Wanne bringt. Wenn ihr die Hand
ausstreckt, habt ihr gleich ein gutes Signal für "Brings".

Ist der Hund nah genug an der Wanne, gebt ihm das Leckerchen IN der
Wanne. Lasst es aber erst hineinfallen, wenn der Hund das Objekt
hat fallen lassen. Noch muss er es nicht gleich hineinfallen lassen.
Wenn er es schon Richtung Wanne bringt, ist das viel. Werft das Leckerchen
trotzdem in die Wanne.

Mit Glück - ich hatte es - schaut der Hund irgendwann MIT dem Objekt über
den Wannenrand - meistens lassen sie es dann auch schnell los. Jepp + Jackpot
in die Wanne.

Ich weiß nicht, ob die Erklärung so gut genug ist. Wenn was fehlt
oder unklar ist, dann schreibt es doch bitte! Viel Spaß und viel Erfolg
:-)
Wie geht es weiter?
Ihr könnt mit der Zeit die Objekte austauschen. Ihr könnt die Entfernung
vom geworfenen Objekt zur Wanne erhöhen. Ihr könnt mehrere Objekte
auslegen. Ihr könnt anfangen, den Hund ohne euer Handzeichen aufräumen
zu lassen.
Ich würde das Handzeichen aber immer wieder verwenden - eine gute Vorbereitung,
dass euer Hund euch die Sachen später in die Hand legt und nicht einfach
ausspuckt. Dank dieser Übung hat mir Coffey mal meine Digitalkamera im Wald
aufgesammelt und mir säuberlich auf Matschboden in die Hand gegeben.
7. Haaaalt!!!
Ziel
In dieser Übung soll der Hund lernen, auf den Befehl "Haaalt!" aus der Bewegung
anzuhalten. Er soll diese Position auch halten, bis er mit einem o.k. entlassen
wird. Man kann diese Übung in vielen Situationen brauchen: im Verkehr, auf
den Hundewiesen, bei Glasscherben, usw.
Wie wird es gemacht?
Lasst den Hund an einer langen Leine (Schnur, Wäscheleine, Schleppleine...)
frei laufen. Wie immer sollte erst einmal keine Ablenkung da sein! Achtet bei
der Übung darauf, dass der Hund nicht weiter läuft, als ihr auf die
Leine treten könnt.
Wenn der Hund ein Stückchen von euch weg ist (ein paar Meter), sagt ihr "Haaaaalt" und
tretet auf die Leine.
Sobald der Hund aus der Bewegung anhält und zu euch schaut, clickt ihr oder
sagt "ja" und gebt ihm das Leckerchen da, wo der Hund gerade ist. Er soll also
bei dieser Übung NICHT zu euch kommen, d.h. IHR kommt zum Hund. Geht ruhig,
aber zügig. Geht, wenn ihr auf den Hund zugeht, nicht direkt auf ihn zu
(das beunruhigt viele Hunde), sondern leicht seitlich. Wiederholt das jede Übungseinheit
5-10 Mal.
Irgendwann sollte der Hund auf den Befehl alleine stehen bleiben.
Wie geht es weiter?
Nach und nach steigert ihr den Abstand. Und dann könnt ihr natürlich
ohne Leine weiterüben. Und dann unter Ablenkung. Klappt es auch noch, wenn
eine Wursttüte herumliegt? Wenn ein Hund in der Nähe auftaucht? Wenn
der Hund jemanden begrüßen möchte? Wenn ein Auto oder ein Fahrrad
kommt?
8. Komm III: Das Signal für den Notfall
Angeregt durch Leslie Nelsons Text "THE REALLY
RELIABLE RECALL" habe ich mit Coffey doch mal den Versuch gestartet, ihr ein
spezielles Rückrufsignal beizubringen. Es hat tatsächlich einmal
geholfen und ich konnte sie damit von einem Kaninchen abrufen, was sie aufgestöbert
hatte.
Meine bisherigen Erfahrungen mit anderen Hunden waren aber, dass diese Übung
nur bei Hunden funktioniert, die entweder unglaublich scharf auf Essen waren
oder die mit einem Ball die Welt vergaßen. Einen Versuch ist es auf jeden
Fall wert.
Ziel
Euer Hund kommt auf ein Sondersignal sofort angebraust
und weiß,
dass dieser Ruf den Super Jackpot bedeutet.
Wie wird es gemacht?
Ihr braucht vor allem super super gute Leckerchen - manche nehmen Alu-Leberwurstdöschen,
die kleinen Katzenfutter-Aludosen, Leberstreifchen, Hühnerkeulen - es muss
unbedingt das Nonplusultra für den Hund sein. Im Moment übe ich mit
den kleinen Soßenpäckchen von McDonalds oder auch Cheeseburgern (die
kann man auch ohne Soße anfordern).
Überlegt euch einen ganz bestimmten Pfiff oder Ruf, den ihr wirklich nur
für Notfälle einsetzen dürft.
Am Anfang konditioniert ihr den Pfiff: Pfeift und füttert sofort hinterher
einen Jackpot (macht ein Fest aus der Fütterung - lasst es locker 30sec.
dauern - nicht nur 1 Leckerchen, sondern viele, viele - lieber klein und viel
als groß und schnell runter geschluckt).
Beim Beagle reicht es, wenn ihr das einmal am Tag übt, bei anderen Rassen
schadet es oft nichts, wenn man 2-3x übt.
Macht das ein paar Tage und probiert dann mal den Pfiff aus, wenn der Hund
ein paar Meter entfernt steht. Wenn er schaut, Superjackpot mit "Hurra Hurra - der
tolle Beagle ist da :-)) Der Super Prinz hat es SOOOOO gut gemacht!!!!!!!!!!"
Es geht meist sehr schnell, dass sich die Hunde dieses Signal merken (woran
man mal wieder merkt, wie wichtig die Sinnfrage beim Lernen ist...). Ihr könnt
die Entfernungen immer größer machen. Aber übt es nur 1-2x am
Tag und verwendet sonst NIE diesen Pfiff.
Wie geht es weiter?
Lasst euch nie verführen, das Signal doch mal aus Bequemlichkeitsgründen
zu verwenden!!!!!! Dieses Signal soll nach dem Einüben nur noch gelegentlich
aufgefrischt und ansonsten in wirklichen Notsituationen verwendet werden. Macht
euch dieses Signal nicht kaputt, indem ihr mal weniger füttert oder es missbraucht.
Belohnt immer locker 20-30sec. und führt einen Freudentanz auf.
Irgendwann kommt bestimmt das Reh, der Hase oder auch ein Auto, wo ihr euren
Hund möglichst sofort zu euch rufen müsst. Es reicht schon, wenn ihr
den Pfiff nur ein einziges Mal wirklich ernsthaft braucht. Wenn ihr dieses einzige
Mal keinen Jackpot dabei habt, geht die Welt nicht unter. Danach solltet ihr
aber wieder eine Weile wie vorher üben, damit der Hund nicht misstrauisch
wird. 9. Bei Fuß I
Im Grunde ist es ja egal, WIE der Hund bei Fuß läuft.
Aber irgendwie macht es auch Spaß, wenn der Hund so richtig schön
gerade neben einem her fliegt. Es liegt an euch, wie perfekt ihr das üben
wollt! Aber ich beschreibe es mal so, dass es für Dogdancer und Obediencefreunde
verwendet werden kann.

Ziel I
Der Hund findet die korrekte Position. Damit
der Hund schön bei
Fuß laufen kann, muss er wissen, wo er sich hinstellen muss und wo dabei
sein Kopf sein soll. Beim Dogdancing kann er Abstand zum Bein größer
sein, als beim Obedience, wo der Hund sehr dicht am Bein des Menschen läuft.
Man muss immer bedenken, dass das von Seiten des Hundes ganz schön viel
Vertrauen voraussetzt! Es geht schnell, dass man auf die Hundepfote tritt. Zu
bedenken ist weiterhin, dass diese Position mit angehobenem Kopf für den
Hund recht anstrengend ist. Man sollte deshalb nur kurze Sequenzen üben!
Die Muskeln kommen mit der Zeit.
Wie bringt man dem Hund bei, die Position zu finden?
Stellt euch irgendwo in eurer Wohnung neben eine Wand (man kann auch zwei
Stühle
hintereinander stellen), so dass ihr die Wand links von euch habt. Ihr schaut
nicht auf die Wand, sondern entlang der Wand. Zwischen Wand und euch steht der
Hund. Die Wand soll helfen, dass der Hund nicht seitlich ausweicht und schön
gerade steht. Eure Füße sind nicht nebeneinander (das bedeutet beim
Obedience, dass sich der Hund automatisch setzt), sondern der linke Fuß ist
vor dem rechten in der Schrittposition.
Lockt den Hund nun neben euch und füttert in der Position, wenn die Schulter
vom Hund an eurer Hosennaht ist. Macht das eine Weile.
Wenn der Hund mit dieser Position vertraut ist, lasst ihr ihn kommen, haltet
kurz diese Position, sagt "ja" oder "o.k." oder clickt und werft das Leckerchen
zur Belohnung aber nach vorne. Jetzt kann der Hund wieder neu einfädeln.
Haltet immer eine Weile die Position und verlängert diese Zeit.
Hat der Hund das kapiert, verlagert ihr gaaanz bisschen euer Gewicht nach
vorne und dann auch nach hinten. Nur ca. ein paar Zentimeter, aber doch genug,
dass der Hund mit eurer verschobenen Senkrechten auch seine Position anpasst
und einen kleinen Schritt vor- oder zurück geht. Eure Füße bewegen sich
nicht. Ihr verlagert nur euren Oberkörper. Belohnt den Hund für das
Finden der richtigen Position. Passt immer auf, dass er nicht zu weit vorne bzw.
hinter euch ist. Der Kopf soll VOR dem Bein sein.
10. Warte!
Das Signal "Warte" kann man sehr häufig im Alltag
brauchen. Es bedeutet, dass der Hund einen Moment da bleiben soll, wo er
ist und uns nicht nachlaufen soll.
Warte benutze ich zum Beispiel, wenn ich eine Türe aufmache, wo die Hunde
nicht durchgehen sollen. Ich nutze es auch ständig, wenn die Hunde im Auto
sitzen und nicht hinaus springen sollen. Warte bedeutet immer, es dauert nicht
lange, aber warte kurz. 11. Trick: Staubsauger an

Lockt euren Hund immer mehr zum Staubsauger und
belohnt schließlich, wenn der Motor angeht.
So richtig leicht ist das für die Hunde nicht. Sie müssen das Staubsaugergeräusch
auch noch freiwillig erzeugen, die Taste finden und ihr Gewicht auf die Taste
legen.
Aber, wenn ihr das schafft, dann könnt ihr auch mit Rückenproblemen
mal staubsaugen ;-)
12. Trick: Pfote cross
Ziel: Der Hund liegt im Platz und legt die Pfoten übereinander.
Wie wird es gemacht?
Inzwischen kann euer Hund die Übung 'Platz' und ihr könnt ihn
ablegen. Ihr kniet vor dem Hund und haltet ihm die rechte (für Rechtshänder)
Hand ganz nah vor seine linke Pfote, damit der Hund seine Tatze in eure Hand
toucht.
Übt das eine Weile, bis es ohne Zögern klappt.
Haltet jetzt die Hand ein paar Zentimeter in Richtung zweite Pfote, so dass
euer Hund die Pfote jetzt ein bisschen seitlich bewegen muss. Achtet darauf,
dass er dabei nicht das Bein nach vorne streckt! Es soll eine reine Seitwärts-
keine Vorwärtsbewegung sein.
Führt die Hand immer weiter zur Seite, so dass schließlich die eine
Pfote über der anderen ist. Senkt nun die Hand immer mehr ab, so dass sich
beide Pfoten berühren. Belohnt, sobald der Kontakt der beiden Pfoten hergestellt
ist!
Zögert mit der Zeit das Leckerchen hinaus, so dass die Pfoten aufeinander
bleiben.
Führt am Ende das Signal "Pfote cross" ein. Wie das Signal eingeführt
wird, das wurde schon oft beschrieben.
Wie geht es weiter?
Ihr könnt alles natürlich auch mit der anderen Pfote üben. Ihr
könnt die Übung auch im Sitz üben (Coffey fällt dabei immer
um, weil sie so kurze Beine hat, aber prinzipiell geht es - habe ich schon gesehen).
Ihr könnt das auch im Männchen üben... bitte Bilder!!!!
Ihr könnt die seitliche Handbewegung auch wieder in die andere Richtung
machen, so dass der Hund die Pfote wieder in die Originallage vom Platz bewegt.
13. Abschluss-Test für Level
4
Hier kommt der Test zu Level 4. Sucht euch wieder einen unbestechlichen
Prüfungsabnehmer - am besten Familienmitglieder :-) und zeigt,
was ihr könnt! Viel Glück und vor allem Spaß dabei.
Wer Level 4 geschafft hat, kann in den Level 5 gehen (der aber noch geschrieben
werden muss ;-).
1. Ihr steigt aus dem Auto. Euer Hund wartet ohne Gezappel, bis ihr ihm das Freizeichen
zum Aussteigen gebt.
2. Der Hund legt sich mit einem Hörzeichen ODER Sichtzeichen ins Platz.
Ihr geht 1x um ihn herum und wieder vor ihn. Nun bringt ihr ihn ohne größeres
Gezappel ins Steh. Der Hund bleibt 2-3 Sekunden in dieser Position stehen. Handzeichen
+ Bestechung erlaubt :-), aber natürlich nicht wünschenswert.
3. Ihr lauft mit eurem Hund eine Runde von ca. 5m Durchmesser. Euer Hund läuft
neben euch im Fuß und schaut euch dabei an.
4. Der Hund wird ins Platz gelegt. Danach Sitz. Danach geht ihr 5 große
Schritte weg. Euer Hund bleibt natürlich sitzen. Ihr geht zurück, lasst
ein
Leckerchen ein paar Mal um seine Nase summen. Hundi schnappt natürlich überhaupt
nicht danach und lässt es sich mit Kultur ins Maul schieben.
5. Euer Hund bleibt im Sitz. Ihr geht 7 große Schritte weg und legt ein
größeres Leckerchen ab. Geht zurück zum Hund und geht zusammen
mit
ihm ohne Zerren hin zum Leckerchen (ich weiß, das ist mit Beagle eine
Schweineübung!)
6. Ihr lauft mit eurem Hund 50 Schritte frei. Er sollte euch freiwillig mindestens
2x anschauen, um den Kontakt zu suchen.
7. Nehmt ihn nun an die Leine. Geht mit ihm ein Stückchen und gebt den Befehl "Halt".
Euer Hund sollte nun stehenbleiben.
8. Lasst euren Hund nun einfach laufen, bis er ein ganzes Stück weg ist
(DAS ist mit einem Beagle wiederum meist nicht schwer). Ruft nun euer Zeichen
für den Super-Rückruf. Euer Beagle sollte sofort, ohne zu Zögern
zu euch rennen. Gebt ihm seinen riesigen Jackpot für diesen Rückruf.
Freut euch 30 Sekunden mit ihm!
9. Ihr seid nun wieder zu Hause und habt fast alles geschafft.
Nehmt euren Staubsauger und steckt ihn in die Steckdose. Legt euren Hund ins
Platz und lasst ihn Pfote cross machen. Er soll es mindestens 3 Sekunden halten.
Schickt ihn danach zum Staubsauger und lasst ihn ihn anmachen. Saugt danach endlich
mal wieder eure Wohnung.
Lasst den Beagle den Staubsauger wieder ausmachen.
10. Nehmt einen Napf mit Futter. Lasst euren Hund davor 3 Sekunden Sitz
oder Platz machen und gebt ihm alles für die tolle Prüfung.
Feiert zusammen! Ihr habt schon verdammt viel geschafft!!!!
|