Hundeschule - Level 6

 
 
           
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1. Impulskontrolle V: "Auch, wenn es verführerisch ist...."

2. Anzeige mit der Pfote

3. Sitz Platz - aus der Bewegung

4. Nasenarbeit IV: Nimm den Weg, der nach mir riecht

5. Out

6. Target-Training III: Fußtarget

7. Vorausschicken

8. Dummy-Arbeit II: Renn an dem vorderen Dummy vorbei

9. Bei Fuß III : Seitenwechsel

10. Tricks: Schäm dich!

11. Tricks: Slalom

12. Spielend lernen V

Abschluss-Test für Level 6 (Baustelle)

 

Übung 1: Impulskontrolle: "Auch, wenn es verführerisch ist..."

Diese Idee stammt aus einem Seminar mit Attila Skukalek (www.dogdance.net).

Ziel: Der Hund lässt sich von etwas abrufen, wo er eigentlich hin will und orientiert sich zu dem Rufer, um zu schauen, was er tun soll. Außerdem soll der Hund lernen, dass das Signal "nein" bedeutet, dass er etwas abbrechen soll.

Wie wirds gemacht?

Für diese Übung braucht ihr eine Schleppleine oder einen langen Strick /Leine, damit ihr euren Hund sichern könnt. Wenn möglich solltet ihr ein Brustgeschirr verwenden.
Stellt irgendwo etwas auf, wo der Hund gerne hin möchte, das kann evtl. auch nur ein Stuhl sein (neue Gegenstände sind für den Hund meist interessant und verführen ihn, hinzugehen). Bindet ihn an die lange Leine und lasst ihn laufen. Wenn er anfängt, zu dem Objekt zu gehen, versucht ihn noch vorher mit dem Signal "nein" zu stoppen.

Belohnt sofort jedes Verzögern und belohnt, wenn der Hund das kapiert hat jeden kleinsten Ansatz, sich in eure Richtung zu orientieren (Click und Belohnung - oder werft mit einem aufmunternden "Ja!" ein Stückchen Wurst oder Käse (oder auch ein Spielzeug) in eine Richtung vom Objekt weg). Belohnt schon einen Blick, ein Kopfzucken, eine winzige Drehung.

Euer Hund soll sich neugierig in eure Richtung orientieren, was er denn sonst machen soll. Die Belohnung ist nie, dass der Hund danach doch zum Objekt darf.

Wie geht es weiter?

  • Natürlich könnt ihr die Verführung immer stärker machen.
  • Ihr könnt auch nach dem "nein" immer mehr Orientierung zu euch fordern.

 

Übung 2: Anzeige mit der Pfote

Die geniale Idee hierzu fand ich in einem der Clickermagazine (Aug Sep Oct 06 VOL 5 ISSUE 1) von Kay Laurence. Sie verwendet für das Üben der Anzeige (und später auch für die Geruchssuche) große Backsteine, die der Hund nicht so einfach umwerfen kann.

Ihr braucht also für diese Übung ein paar Backsteine, die ihr in jedem Baumarkt bekommt. Nehmt welche, die möglichst große Löcher haben, so dass ihr später auch etwas hineinstecken könnt (meine von dem Bild sind noch nicht so optimal, aber für die Anzeige noch geeignet).

Ziel:

Ihr legt dem Hund ein paar Backsteine aus. In manche habt ihr in ein Loch ein kleines Stück Würstchen oder Käse gelegt. Der Hund soll euch die Backsteine anzeigen, wo Nahrung drin ist. Für die Anzeige soll er ruhig seine Pfote auf den Stein legen oder sich davor setzen/legen (wie ihr wollt).


Wie übt ihr das?

Nehmt erst einmal einen Backstein. Stellt ihn vor eurem Hund ab und lasst vor ihm ein Leckerchen in den Backstein fallen. Wenn nötig könnt ihr euren Hund ermutigen, nach dem Leckerchen zu schnüffeln. Er soll nur auf keinen Fall mit der Zunge dran kommen.

Jetzt beginnt für den Hund eine Phase der Frustration. Er schafft es einfach nicht, das Leckerchen selber rauszuholen. Wird nach einer Weile des Ausprobierens irgendetwas anderes tun. Zum Beispiel die Pfote auf den Stein legen oder sich davor setzen. Clickt genau das Verhalten, was ihr wollt (oder sagt euer klares "Ja!) und hebt als Belohnung den Stein hoch, so dass der Hund das Leckerchen bekommt. Kay Laurence macht auf den Unterschied aufmerksam, dass der Hund, wenn er aus der Tasche belohnt wird, natürlich auch mehr auf die Tasche schaut - damit zeigt er aber auch nicht mehr richtig den Stein an, um den es geht.

Damit euer Hund jetzt versteht, dass es nicht darum geht, einfach "tapp" auf dem Stein zu machen, sondern die Sachen IM Stein anzuzeigen, führt ihr nun zwei leere Steine ein. Legt die Steine immer ein Stück auseinander, damit sich später Gerüche nicht überlagern. Ermutigt den Hund, dass er an allen Steinen schnüffelt, nicht nur an dem gefüllten Stein. Um die Belohnung zu bekommen, muss er dann den richtigen Stein anzeigen.

Schön an der Übung ist, dass ihr zusammen mit eurem Hund arbeitet - partnerschaftlich.



Wie geht es weiter?

Nach und nach könnt ihr die Zahl der Backsteine erhöhen. Ca. 1/3 der Steine sollte jeweils befüllt sein.
Wie es dann noch weitergehen kann, das kommt im nächsten Level. Erstmal soll der Hund das Grundprinzip lernen.

Mögliche Probleme

Euer Hund kratz so stark am Backstein, dass der auch umfällt und der Hund dann doch durch diese Taktik an das Leckerchen kommt. Lösung: Stein festhalten, bis der Hund verstanden hat, dass er nur die Pfote drauflegen soll.


Euer Hund versteht nicht, dass es um die Anzeige eines Leckerchens geht. Er macht die Anzeige bei jedem Stein, egal, ob ein Leckerchen da ist oder nicht. Lösung? Ich habe noc keine gefunden und hoffe, es durch Übung irgendwann zu schaffen. Vielleicht hat jemand eine gute Idee???

 

Übung 3: Sitz, Platz - jetzt aus der Bewegung

Möglichkeit 1 - über den Clicker
Vorübung: Nehmt den Clicker auf euren Spaziergang mit. Wenn der Hund ein Stück von euch weg ist und noch in Bewegung ist, ruft "Sitz" und clickt jeden Ansatz zum Sitz. Je näher der Hund bei euch ist, desto leichter wird es gehen. Macht den Abstand nach und nach größer und probiert es auch mit Platz.

Nehmt den Hund, wenn das klappt, an die Leine, so dass er neben euch läuft. Vielleicht kann er auch schon gut genug "Fuß" und braucht die Leine nicht. Egal. Hauptsache, euer Hund ist jetzt neben euch.
Lauft ein Stück und gebt dann den Befehl "Sitz". Bleibt am Anfang noch selber stehen, bis der Hund sitzt. Clickt und belohnt natürlich wieder jeden Ansatz.
Übt dann auch das "Platz" aus der Bewegung.

Wenn das klappt, muss euer Hund lernen, dass ihr weiter geht, er aber liegen bleiben soll. Das ist nicht ganz leicht. Aber ihr habt inzwischen ja ein "Bleib"-Signal aufgebaut und könnt ihm am Anfang damit helfen. Geht anfangs nur einen vorsichtigen, kleinen Schritt weiter und clickt, wenn der Hund in der Position bleibt. Zunehmend könnt ihr dann schwungvoller weitergehen. Geht nach dem Weitergehen zurück zu eurem Hund. Damit bleibt er ruhiger an seinem Platz.
Abrufen aus diesen Bleib-Positionen birgt die Gefahr, dass die Hunde voller Spannung lospreschen, obwohl sie gar nicht gerufen wurden. Das würde ich erst später üben. Geht lieber ein, zwei Schritte weiter, dann zurück und evtl. später einmal um euren Hund herum. Ich würde da gar keinen Click geben, weil es eine Ruheposition ist. Gebt das Leckerchen lieber am Ende der Übung in der Position und gebt euren Hund dann mit o.k. frei.

 

Möglichkeit 2 - alte Schule
Nehmt euren Hund an die Leine und lasst ihn neben euch Fuß laufen. Gebt das Signal "Sitz". Helft dem Hund über die Leine, indem ihr sie etwas anzieht und dreht euch frontal zu dem Hund, so dass er automatisch gestoppt wird. Ich persönlich ziehe den Clicker-Weg vor, aber umgekehrt kann es für Hunde auf diesem eher konservativen Weg auch sehr leicht sein zu verstehen, was gemeint ist. Man muss die Leine nur weich führen und den Schritt nicht so machen, dass der Hund erschreckt.

Belohnt auch da in der Position "Sitz" bzw. "Platz" und gebt den Hund anschließend mit o.k. frei.

Danach geht es weiter wie bei Methode 1. Euer Hund muss lernen, dass er bleiben soll, obwohl ihr weitergeht. Bringt ihn in die Position und fangt an, ganz vorsichtig weiterzugehen. Am Anfang nur einen Mini-Schritt, später zwei, dann drei, dann vier... Geht zurück zum Hund und belohnt noch in der Position. Gebt euren Hund dann mit o.k. frei.


Übung 4: Nasenarbeit - Nimm den Weg, der nach mir riecht

Vorbereitung: Wascht euch 1 Woche nicht, wechselt nicht eure Strümpfe, nein, auch nicht eure Unterhose, tragt euer T-Shirt über Nacht und denkt daran, dass euch Hundetraining über alles geht :-) Nein. Keine Sorge, das braucht ihr gar nicht. Hunde riechen euch schon, wenn ihr nur einmal über den Boden gegangen seid.
Das Problem ist für die Hunde nur zu verstehen, was ihr ihm eigentlich sagen wollt...

Die Übung ist ausgesprochen hilfreich für Hunde, die ihren Besitzern gerne weglaufen (gibt es so etwas??????? ;-)). Sie können später dann die Spur der Menschen leichter verfolgen und euch wiederfinden.

Ziel: Euer Hund verfolgt in einem Kreis eure Spur, findet dabei ein Spielzeug oder ein Futtersäckchen und bringt es euch auf dem Rückweg mit. Wenn ihr schon so weit seid, setzt der Hund sich am Schluss auch gleich noch hin und ihr könnt es mit der Hand aus seinem Maul nehmen (das könnte euch mal euer Handy bei Matsch retten...). Die Übung setzt voraus, dass der Hund schon Objekte suchen und zurückbringen kann!

Wie wirds geübt?

Übt irgendwo draußen, wo ihr einen Kreis laufen könnt. Z.B. einmal um eine Mauer herum, ein kleiner Weg, der gleich wieder abzweigt, einmal um ein paar Büsche.. ihr werdet sehen, es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, wenn man anfängt, darüber nachzudenken.

Setzt euren Hund ab, lasst ihn an dem zu suchenden Objekt riechen. "Bleib!"
Ihr geht los und lauft den Weg im Kreis, den ihr euch ausgesucht habt. Die Spur bleibt damit für den Hund völlig eindeutig. Legt unterwegs euer Objekt auf den Weg und kehrt zu eurem Hund zurück. Schickt ihn mit "Such" los und achtet darauf, dass er in die richtige Richtung einfädelt.

Hat der Hund schon Sucherfahrung, wird er das Objekt vermutlich schnell zurückbringen. Eventuell müsst ihr ihn aber da auch nochmal verstärken. Am Anfang reicht es, wenn der Hund das Objekt auf eurer Spur findet und gleich wieder rückwärts bringt.

Die Hunde lernen sehr schnell, um was es geht. Je lohnender es für sie ist zu suchen desto schneller werden sie lernen. Für die besonders zögerlichen Hunde kann man eine Schale Hundefutter aufstellen (oder eine tote Maus auslegen ;-) und vorerst auf den Apport verzichten.

Später legt ihr das Objekt erst auf dem Rückweg aus und erreicht damit, dass auch der Hund einen Kreis läuft.

Lasst ihn damit vor euch absitzen und nehmt das Objekt aus seinem Maul. Belohnt fürstlich! Mit Salami bestückte Futtersäckchen sind dafür perfekt!!!

Wie geht es weiter?

ihr könnt die Kreise immer länger machen. Bei sehr langen Touren empfiehlt sich entweder eine Hilfsperson, die beim Hund bleibt oder ihr lasst den Hund solange im Auto, bis ihr wieder zurück kommt. Ihr könnt auf verschiedenen Böden üben: Sand, Waldboden, Asphalt... ihr könnt bei verschiedener Witterung üben (Wind, Regen, Hitze, Schnee...) Wechselt möglichst viel ab.

Für die besonders fitten Hunde könnt ihr später das Objekt auch einmal etwas höher hängen und nicht auf den Boden legen.

 

Übung 5: Out

Ziel: Diese Übung ist das Gegenstück zu "Front". Euer Hund dreht sich auf den Befehl so, dass er von euch wegschaut und möglichst gerade vor euch steht.

Wie wirds geübt?

Bei größeren Hunden kann diese Übung recht schnell über den Handtarget beigebracht werden. Für kleinere Hunde ist ein Target-Stick sehr empfehlenswert, damit ihr euch nicht hinunterbücken müsst. Natürlich lässt sich auch einiges über das Futterlocken erreichen, dies ist aber nicht der Königsweg.

Stellt euch hin und ruft euren Hund zu euch. Wenn er vor euch steht, dreht ihr ihn über einen Target nach außen und belohnt in dieser Position, die er halten soll (was die Hunde über einen Target meist tun). Für Hunde ist die Übung nicht so schön, weil sie euch nicht sehen können. Passt auf, dass sie nicht schief stehen und auch den Kopf nicht zu euch drehen. Die Nase soll am Target bleiben.

Führt das Signal ein, wenn das klappt. Sagt vor der Handbewegung "Out" und dreht den Hund dann nach außen.

Wenn das klappt, könnt ihr den Target nach und nach ausschleichen. Zieht die Hand oder den Target-Stick allmählich von der Nase weg, haltet sie aber noch so, dass der Hund sie aus seiner Position sehen kann. Belohnt unbedingt in der Out-Position.

Zappelnde Hunde kriegen kein Leckerchen. Letztlich ist das auch eine Impulskontrollübung. Die Hunde müssen aushalten, euch bei der Arbeit einmal nicht zu sehen.

Wie geht es weiter?

  • Ihr könnt den Target ganz ausschleichen (manche Hunde brauchen aber sehr lange den Target!) und die Übung nur noch auf Wortkommando machen. Oder ihr lasst einfach die Arm-Handbewegung als Körpersignal.
  • Ihr könnt den Hund hin - und herdrehen: Front - Out - Front. Im optimalen Fall macht der Hund damit einen Halbkreis mit den Vorderfüßen und bleibt mit den Hinterfüßen ungefähr in der selben Position.
  • Ihr könnt den Hund nach außen drehen, ihn so warten lassen und selbst nach vorne zum Kopf des Hundes gehen.

 

Übung 6: Target-Training III: Fußtarget

Zugegeben, die Übung ist alles andere als lebenswichtig. Aber es gibt dem Hund ein Gefühl dafür, dass er auch für seinen hinteren Körper ein Bewusstsein bekommt UND: es sieht einfach niedlich aus...

Nehmt euren Targetstick, den ihr inzwischen sicher habt (sonst einen Kochlöffel oder eine Fliegenklatsche).

Ziel:

Euer Hund steht ruhig da und bewegt auf euer Signal hin seinen Fuß nach hinten/oben.

Wie wirds geübt?

Ist nicht ganz leicht :-) Euer Hund muss vor allem so ruhig stehen, dass ihr hinten arbeiten könnt. Eventuell kann ihn jemand für euch halten oder ihr müsst ihn vielleicht für die ersten Versuche auch mal festbinden.
Für die ersten Versuche braucht ihr noch gar keinen Target. Ihr müsst dem Hund zuerst klarmachen, dass er seinen Hinterfuß hochheben soll. Berührt ihn so mit der Hand, dass eure Hand nach innen zeigt, d.h. dass der Weg für den Fuß nach hinten frei ist. Zuerst lernt der Hund nur die Bewegung "Hochheben". Bestärkt schon den kleinsten Ansatz dazu! Manche Hunde stehen auf ihren Füßen wie festgeklebt und brauchen viele Anläufe. Stellt euch am besten vor, ihr seid mit eurem Pferd beim Hufschmied :-)

Wenn die Bewegung mit dem Fuß kommt, könnt ihr einen Target einführen. Am Anfang bewegt IHR den Target in dem Moment an den Fuß, wo er vom Hund gehoben wird. Er stößt also quasi dran, ohne etwas dafür zu tun. Irgendwann wird er den Kontakt mit dem Target gewohnt sein.

Jetzt könnt ihr den Target mal 1-2mm weiter weghalten, so dass euer Hund gaaanz bisschen was tun muss, um den Kontakt zu bekommen. Clickt bzw. bestärkt auch hier den kleinsten Ansatz.

Habt ihr das geschafft, müsst ihr die Bewegung nur noch ausbauen und den Target immer weiter weghalten, bis der Hinterlauf tatsächlich nach hinten gestreckt wird und den Kontakt zum Target findet.

Viel Spaß :-) Ich denke, dass ich durch diese Übung viel Zeit habe, bis der nächste Level fertig ist.

Wie geht es weiter?

Der andere Fuß ist ja auch noch da...

Und dann könnt ihr probieren, ob ihr die Bewegung mit einem Signal, wie z.B. "Huf" verknüpfen könnt.


Übung 7: Vorausschicken

Ziel: Ihr schickt euren Hund mit "voran" los und zeig ihm zugleich, in welche Richtung er rennen soll. Der Hund soll von euch weg gerade aus rennen.

Wie wirds geübt?

Zu zweit geht das deutlich einfacher als alleine. Setzt euren Hund ab - am besten haltet ihr ihn und lasst jemanden die Arbeit tun ;-) Euer Helfer nimmt ein Schälchen (oder eine Untertasse) - am Anfang mit Futter, zeigt sie eurem Hund und läuft los. Gerade aus, gerade aus... (das Wandern ist des Müllers Lust...) bis er an einen Übergang zu einem anderen Boden kommt (z.B. ein Forstweg hinter einer Wiese). Dort wird die Schale abgestellt. Der Helfer kommt zurück und der Hundehalter kniet sich in die gewünschte Laufrichtung neben seinen Hund, hält die flache Hand seitlich vom Auge (Achtung, dass der Hund die Hand auch wirklich sieht!) und schickt seinen Hund mit "Voran" los.

Die meisten Hunde verstehen sehr schnell, dass das Futter in der Richtung "geradeaus" liegt.
Wenn nicht, macht den Abstand erst einmal kleiner.

Man kann das Signal für die Richtung mit einer Hand geben, bei Hunden, die Probleme haben, das Signal zu erkennen, auch mit 2 Händen (diese Idee habe ich von Lynn Hesel).

Wie kann es auch geübt werden?

Ihr könnt, wenn ihr in den letzten Levels den Target geübt habt, auch sehr schön über diesen Weg arbeiten: Nehmt eine Fliegenklatsche oder euren Targetstick und steckt ihn ein bisschen von euch in den Boden. Kniet euch dann neben euren Hund hin und gebt ihm das Sicht- und evtl. auch gleich Wortzeichen "Voran". Euer Hund wird es kennen und zu dem Target laufen. Clickt oder sagt "ja!", gaaanz kurz bevor der Hund das Target stuppst. Nach und nach könnt ihr die Distanz erweitern.

Man kann bei spielfreudigen Hunden auch ein Lieblingsspielzeug hinlegen, das der Hund sich holen darf. Einen Target finde ich langfristig besser, weil es eigentlich nicht um das 'Holen' von Dingen geht, aber für den Anfang kann das bei manchen Hunden sehr hilfreich sein.

Wie geht es weiter?

Übt später auch ohne Futter. Legt aber auf dieser Stufe immer noch ein Schälchen an den Bodenübergang. Verändert die Entfernung. Übt auf verschiedenen Untergründen. Mit Target könnt auch nur auf einem Untergrund üben.


Übung 8: Renn an dem vorderen Dummy vorbei und hol das hintere

Ihr braucht für die Übung 2 Objekte, die gleich aussehen, also die gleiche Wertigkeit für den Hund haben. Ihr könnt Dummys nehmen, Säckchen zum befüllen oder auch irgendwelche Fellobjekte. Wichtig ist nur, dass sie wirklich gleich sind.

Ziel

Euer Hund bringt immer das Dummy, das weiter hinten liegt und trägt es an dem weiter vorne liegenden vorbei, ohne dieses auch aufzunehmen.

Wie wird`s geübt?

Setzt euren Hund ab und werft Dummy 1. Schickt euren Hund, dass er dieses holen soll und werft noch im Moment, wo er hinrennt, das Dummy 2, so dass der Hund auf dem Rückweg daran vorbei kommt. Lenkt den Hund evtl. mit eurer Stimme ab, dass er das 2. liegen lässt und belohnt ihn, wenn er mit dem 1. zurückkommt. Bringt er das 2. Dummy auch gleich mit, gibt es keine Belohnung.

So, das eine Dummy liegt noch vor euch. Schickt euren Hund danach und werft das andere Dummy wieder so, dass es für den Hund auf dem Rückweg da liegt. Werft immer so, dass der Hund nicht sieht, dass ihr werft. Also immer dann, wenn er noch weg rennt.

Ich glaube, man sieht im Film am besten, wie es geht.

Wie geht es weiter?

  • Ihr könnt die Abstände größer machen.
  • Ihr könnt verschiedene Dummys nehmen, so dass das auf dem Rückweg attraktiver ist.
  • Ihr könnt die Belohnung hinauszögern und nur noch nach einer Sequenz belohnen.
  • Natürlich könnt ihr auch mit 3 Dummys hintereinander arbeiten.

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Coffey macht Dummy-Arbeit

 

Übung 9: Fußarbeit - Seitenwechsel

Diese Übung setzt voraus, dass euer Hund schon Slalom kann. Für die Hunde, die das nicht können, erkläre ich die Übung noch einzeln als Übung 11.

Ziel

Um einer Einseitigkeit in der Körperhaltung durch das Fußlaufen entgegenzuwirken (sehr wichtig!!!), solltet ihr immer auf beiden Seiten von euch üben. Ein sehr bequemer Wechsel ist möglich, indem ihr euren Hund durch eure Beine kreuzen lasst.

Wie wirds gemacht?

Wechselmöglichkeit 1: Wenn euer Hund den Slalom kann, geht das eigentlich ganz einfach. Ihr könnt, wie die Dogdancer gleich eine schöne Musik einlegen und zusammen im Takt losmarschieren. Irgendwann macht ihr euren Schritt größer und knickt am besten mit dem vorderen Knie sichtbar ein (das Signal für den Hund, dass er durch die Beine laufen soll - ihr seht das gut auf dem Videoclip von Jessi und Taja). Lasst euren Hund durchlaufen, ohne mit dem Finger herumzustochern und ohne euch wie das Bucklig-Männlein zu bewegen und lauft schwungvoll weiter. Wechselt dann auch wieder auf die andere Seite!

Die Übung geht übrigens auch bei großen Hunden. Nur ist es da empfehlenswert, das Bein eher über den Hund zu schwingen, als es aufzustellen. Ich habe sogar eine Dogge gesehen, mit der das ging!

Wechselmöglichkeit 2: Ihr lauft wieder mit eurem Hund fröhlich voran und lasst ihn irgendwann durch eure Beine auf die andere Seite kreuzen. Danach habt ihr aber nicht eure Ruhe, sondern ihr dreht euch gleich noch um 180 Grad mit eurem Hund, so dass ihr selbst wieder in die Gegenrichtung schaut. Schaut euch das am besten auf dem zweiten Videoclip an. Wechselt dann auch wieder auf die andere Seite und dreht euch selbst.

Wie geht es weiter?

Ja, weiter geht es irgendwann damit, dass ich noch einen kleinen Kurs Dogdancing machen will. Dafür braucht ihr das dann.

 

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Taja zeigt den einfachen Seitenwechsel über das Slalom

Zum Film: Taja zeigt den Seitenwechsel mit Slalom + Drehung

 

 

Übung 10: Tricks: Schäm dich!

Die Bilder für diese Üung durfte ich von Jasmin (www.beagle-desmond.de) nehmen. Auf dem ersten Bild seht ihr Alfredo, auf dem zweiten den kleinen Desmond, der leider nicht mehr lebt.

 

Ziel: Der Hund legt eine Pfote über seine Nase. Ihr werdet sehen, dass jeder Hund es individuell löst. Und gerade das macht die Übung so nett. Ausgesprochen publikumswirksam!

Wie wirds gemacht?

Ihr könnt die Bewegung hervorlocken, indem ihr einen Haargummi um die Schnauze legt oder ein Tesa auf die Nase pappt. In den meisten Fällen will der Hund den Fremdkörper herunterkratzen und bewegt die Pfote auf die Nase. Bestärkt genau diesen Moment. Clickerhunde werden mit der Zeit anfangen, die Bewegung von alleine zu zeigen, so dass ihr sie weiter ausformen könnt. Clickt das, was ihr haben wollt und führt ein Signal dazu ein.
Coffey macht die Bewegung, wenn ich selber mit der Hand über meine Nase fahre. Das liegt daran, dass ich die Bewegung mangels Haargummi immer wieder gemacht habe (die Übung habe ich an roten Ampeln gemacht...) und jeden Ansatz von Coffeys Pfote geclickt habe.

 

Wie geht es weiter?

  • Euer Hund verharrt in der Bewegung.
  • Euer Hund macht die Bewegung im Sitz + im Liegen.
  • Übt, dass sich euer Hund draußen auf einen Baumstamm oder eine Bank setzt und dazu die Bewegung macht. Ihr habt dann alle Spaziergänger auf eurer Seite!

 

Übung 11: Tricks: Slalom - noch Baustelle

Ziel

Der Hund läuft hin und her durch eure Beine.

Wie wird`s gemacht?

Der Weg über das Futterlocken: Stellt euch so hin, dass euer Hund links von euch ist. Bewegt euer rechtes Bein nach vorne und achtet jetzt immer darauf, dass die Öffnung - aus Perspektive des Hundes! - groß genug ist. Bückt euch möglichst nicht hinunter, da der Hund sonst euren Schatten meidet. Arbeitet bei kleinen Hunden evtl. mit einem Target, dann könnt ihr selber gerade bleiben.

Haltet ein Leckerchen vor die Öffnung auf der rechten Seite, so dass der Hund durch die Beine geht. Führt das Leckerchen, bevor ihr es dem Hund gebt, noch ganz kurz nach vorne, so dass der Hund gleich wieder in Gehrichtung und nicht quer steht.

Der Weg über das Shaping:

 

12 Spielend lernen V: Die Reizangel

Ihr braucht ein Spielzeug oder einen Dummy, den ihr mit einer Schnur an einer Haselnussrute oder einem ähnlich elastischen Stock befestigt. Lasst das Spielzeug wie eine Beute vor eurem Hund tanzen. Denkt daran, dass eine Beute NIE!!!! ZUM Hund hin rennt. Am besten lasst ihr sie hüpfend von hinten am Auge vom Hund vorbeizischen. Rennt evtl. auch einfach mal weg und schaut, ob euer Hund hinterher rennt.

Lasst dem Hund zwischendurch seinen Erfolg. Wenn er die Spiele bis hierher gemacht habt, bekommt ihr die Beute auch wieder. Doch dann geht es gleich wieder los, die Hetzjagd.

Viel Spaß!

So kann das nach einiger Übezeit aussehen:

Zum Film: Lucky mit der Reizangel

 

 

Abschluss-Test für Level 6 - noch Baustelle!

Sucht euch jemand, der euch objektiv die "Prüfung" abnimmt und verhindert, dass ihr mogelt. Es bringt gar nichts, in den nächsten Level zu gehen, wenn ihr Level 1 nicht wirklich schafft. Sonst fehlt immer das Grundwissen.
Ihr könnt drin oder draußen in gewohnter ruhiger Umgebung üben. Ablenkung wird erst in fortgeschrittenen Levels geübt!
Wer Level 5 geschafft hat, kann in den Level 7 gehen.

Also, dann testet mal, was ihr könnt
:

1. I


Wenn ihr es geschafft habt: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum sechsten Level!
Wenn nicht, ist es auch egal - probiert es einfach in einer Woche wieder. Ist doch egal, wann man es schafft...